Donald Trump hat offiziell ein umfassendes 30-jähriges Atomabkommen mit Saudi-Arabien genehmigt. Das Dokument, das Ergebnis langwieriger Verhandlungen ist, ermöglicht es Riad, Uran anzureichern, ohne den sogenannten «Goldstandard» der Aufsicht durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zu übernehmen.
Inhalt des Abkommens und die Rolle der USA
Laut Berichten von CNN und der Wall Street Journal, veröffentlicht von RBC-Ukraine, werden US-Unternehmen Saudi-Arabien fortschrittliche Technologien und Expertise für die Entwicklung eines nationalen Atomprogramms bereitstellen. Das Weiße Haus plant, das Dokument unmittelbar nach der Veröffentlichung an den Kongress zu übermitteln. Experten gehen davon aus, dass bei der Annahme des Abkommens keine Probleme auftreten werden, da die Stimmen der Kritiker nicht ausreichen, um die Initiative zu blockieren.
Zuvor zögerte die Trump-Administration bei der Entscheidungsfindung. Die Hauptgründe für die Verzögerung waren Bedenken hinsichtlich einer Eskalation des Konflikts mit dem Iran sowie das Risiko, dass das Gesetzgebungsorgan das Dokument aufgrund umstrittener Bestimmungen blockieren könnte.
Verzicht auf internationale Garantien
Ein Schlüsselelement des Deals ist, dass Saudi-Arabien das Zusatzprotokoll der IAEA nicht unterzeichnen wird. Der offizielle Grund für den Verzicht liegt in religiösen und politischen Erwägungen: Riad befürchtet, dass internationale Inspektoren Zugang zu königlichen Palästen oder der heiligen Stadt Mekka erhalten könnten.
Stattdessen haben die Parteien bilaterale Garantien vereinbart. Diese ähneln einem typischen Protokoll, schließen jedoch Punkte aus, die die saudische Seite stören. Nun müssen die Bedingungen vom Rat der IAEA-Leiter ratifiziert werden.
Geopolitische Risiken und regionale Reaktionen
Jede Übertragung von Kerntechnologien an Riad löst heftige Debatten aus. Die Möglichkeit, Brennstoff selbst anzureichern, eröffnet den Weg zur Entwicklung von Atomwaffen, was eine Destabilisierung des gesamten Nahen Ostens zur Folge haben könnte. Das Abkommen enthält zwar ein Verbot des Kaufs ähnlicher Technologien bei Drittstaaten, doch die Einschränkungen bei den Inspektionen haben bereits bei US-Gesetzgebern Skepsis ausgelöst.
Jerusalem spricht sich traditionell gegen den Zugang arabischer Länder zu vollständigen Kernzyklen aus. Die aktuelle Situation mit dem Iran und seinem Atomprogramm bleibt jedoch komplex und ungewiss, trotz des Drucks der USA. Unter diesen Bedingungen bleibt die Position Riads hart: Der Kronprinz Saudi-Arabiens, Mohammed bin Salman, hatte zuvor versprochen, dass das Königreich eigene Atomwaffen entwickeln werde, falls Teheran welche erhält.
Die Annäherung an die Golfstaaten war ein zentrales Ziel der Trump-Administration. Bereits im vergangenen Jahr kündigte er während seines Besuchs in der Region Abkommen mit den VAE über mehr als 200 Milliarden Dollar an, was den Kurs zur Stärkung strategischer Allianzen im Nahen Osten bestätigt.