Die Lage rund um den strategisch wichtigen Hormus-Streich hat eine unerwartete Wendung genommen. Der US-Präsident Donald Trump hat offiziell von einer der kontroversesten Initiativen seiner Regierung Abstand genommen – der Einführung einer 20-prozentigen Gebühr für den Durchgang von Schiffen durch diese Wasserstraße. Die Entscheidung wurde nach einer Reihe „außerordentlich fruchtbarer Verhandlungen“ mit Staatsführern des Nahen Ostens getroffen.
Von Zöllen zu Investitionen
In einer Erklärung auf dem sozialen Netzwerk Truth Social erläuterte Trump die Logik der Kursänderung. Anstatt eine Gebühr von Transit-Schiffen zu erheben, die die Kosten für die Sicherheitsgewährleistung decken sollte, konzentriert sich Washington auf den Abschluss umfangreicher Handels- und Investitionsabkommen mit den Staaten am Persischen Golf.
Der amerikanische Führer betonte, dass die neuen Vereinbarungen den Kapitalzufluss in die US-Wirtschaft sichern sollen. Laut Trump soll die Umsetzung dieser Pläne zum Bau neuer Produktionskapazitäten und zur Schaffung von Millionen gut bezahlter Arbeitsplätze im Inland führen.
Blockade des Iran und Status des Streichs
Trotz der Aufhebung der finanziellen Sanktion für regionale Partner machte Trump eine harte Aussage gegenüber dem Iran. Der US-Präsident bestätigte, dass der Hormus-Streich für die internationale Schifffahrt offen bleibt, jedoch eine Ausnahme für Schiffe, die mit Teheran in Verbindung stehen, gilt.
Washington beabsichtigt, eine vollständige Blockade für alle Schiffe einzuführen, die in iranische Häfen fahren, diese verlassen oder Fracht transportieren, die mit dem Iran zu tun hat. Zum Abschluss seiner Mitteilung wiederholte Trump erneut seine Position zur Atomprogramm des Nachbarn: Der Iran werde „niemals eine Atomwaffe besitzen“.
Kontext der Eskalation
Die Entscheidung zur Aufhebung der Gebühr wurde vor dem Hintergrund einer angespannten Situation getroffen, die sich in der Nacht zum 12. Juli ereignete. Damals kündigte der Iran die vollständige Schließung des Hormus-Streichs an und behauptete, dass mehrere Schiffe versucht hätten, einen nicht autorisierten Kurs zu passieren. Im Rahmen des Vorfalls griffen iranische Kräfte ein Containerschiff an und zwangen es zum Stoppen, woraufhin die USA Gegenangriffe auf iranische Ziele durchführten.
Laut einer Erklärung des US-Zentralbefehls der Streitkräfte (CENTCOM) bleibt der Streich jedoch für die weltweite Schifffahrt offen. Genau nach diesen Ereignissen brachte Trump die Idee auf, dass Washington eine Entschädigung für die Gewährleistung der Sicherheit in der Region erhalten sollte, doch nun wurde von dieser Idee zugunsten diplomatischer und wirtschaftlicher Abkommen Abstand genommen.