US-Präsident Donald Trump veröffentlichte am Donnerstag, dem 14. September 2026, eine Erklärung in seinem Social-Media-Netzwerk Truth Social, in der er Iran als „am Verfall befindlichen Staat“ beschrieb, der ein möglichst schnelles Abkommen mit Washington anstrebe. „Iran – ein am Verfall befindlicher Staat – möchte sehr gerne ein Abkommen schließen und zwar so schnell wie möglich“, schrieb der amerikanische Präsident. Dabei betonte er, dass die endgültige Entscheidung über die Teilnahme der Vereinigten Staaten am Verhandlungsprozess bei ihm persönlich liege: „Ich werde entscheiden, ob die USA an den Verhandlungen teilnehmen – worauf wir offen blicken“.
Diplomatische Geste ohne konkrete Bedingungen
Die Erklärung Trumps, die von der ukrainischen Agentur RBC-Ukraine übergeben und vom aserbaidschanischen Medium 1news.az bestätigt wurde, lässt einen diplomatischen Rahmen zur Lösung der Spannungen zwischen Teheran und Washington zu, enthält jedoch keine einzige konkrete Bedingung eines potenziellen Deals. Der amerikanische Präsident gab nicht bekannt, wann die Verhandlungen stattfinden könnten, welche Themen zur Diskussion stehen und welche Mindestforderungen die USA haben. Die Formulierung „wir blicken offen darauf“ lässt Spielraum: Washington signalisiert Bereitschaft zum Dialog, bestätigt aber nicht, dass Format, Ort oder Delegation bereits abgestimmt wurden.
Kontext: Iran stellt sein Raketenpotenzial wieder her
Die Erklärung Trumps kam vor dem Hintergrund von Berichten, wonach Iran die Produktion ballistischer Raketen in unterirdischen Anlagen nach Angriffen Israels und der USA wieder aufgenommen habe. Laut The Wall Street Journal stellt Teheran bereits mindestens zwei Haupttypen von Raketen her. Parallel dazu, wie die Financial Times berichtete, habe Iran bei Russland moderne Schlagdrohnen „Geran“ angefordert, die von Moskau im Krieg gegen die Ukraine wesentlich modernisiert wurden. Laut dem Medium beabsichtige Teheran, diese Drohnen in einem potenziellen Konflikt mit den USA und Israel einzusetzen. Diese Daten deuten darauf hin, dass Iran trotz der Rhetorik über den „Wunsch, einen Deal zu schließen“, gleichzeitig eine aktive Militarisierung betreibt.
Straße von Hormus und wirtschaftlicher Druck
In Verbindung mit dem Iran-Thema hatte Trump zuvor erklärt, dass Länder, deren Öl durch die Straße von Hormus transportiert wird, die damit verbundenen Kosten den USA erstatten müssten, berichtet das ukrainische Medium UNN. Diese Aussage passt in eine breitere Strategie des wirtschaftlichen Drucks auf Teheran: Die Straße von Hormus bleibt eine Schlüsselader des weltweiten Ölhandels, und jegliche Einschränkungen ihrer Durchgangskapazität treffen die iranische Wirtschaft. BBC Russian berichtete ihrerseits, dass Iran drohte, den Schiffsverkehr in drei Meeren zu stoppen, falls es zu einer Eskalation seitens der USA komme, was die gegenseitige Verwundbarkeit der Seiten in der Region unterstreicht.
Widersprüchliche Daten
Zwischen den verschiedenen Quellen gibt es Unterschiede in den Schwerpunkten und Formulierungen. Während RBC-Ukraine und 1news.az die Worte Trumps im Kontext des „Wunschs Irans, einen Deal zu schließen“ übergeben, betont UNN einen anderen Aspekt – die Forderung nach Erstattung der Kosten für die Straße von Hormus, was wie eine Bedingung und nicht wie eine Geste des guten Willens klingt. BBC Russian hingegen registriert einen drohenden Ton Teherans bezüglich der Seewege, was dem Bild eines „Staates, der den Frieden anstrebt“, widerspricht. Außerdem wird Trumps Behauptung, Iran „wolle sehr“ ein Abkommen, nicht durch öffentliche Aussagen iranischer Amtsträger gestützt, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Materials weder die Bereitschaft zu Verhandlungen bestätigten noch widerlegten. Somit geht es vor allem um die Position einer Seite – Washingtons.
Was kommt als Nächstes
In den kommenden Tagen wird es entscheidend sein, wie Teheran auf die öffentliche Rhetorik Trumps reagiert. Wenn Iran tatsächlich daran interessiert ist, einige Sanktionen aufzuheben oder die Beziehungen zu normalisieren, muss es die Bereitschaft zum Dialog öffentlich bestätigen, was vor dem Hintergrund der Wiederaufnahme der Raketenproduktion und der Drohnenanforderung bei Moskau wie ein widersprüchliches Signal wirkt. Für Washington wiederum kann Trumps Entscheidung über die Teilnahme an Verhandlungen ein Indikator dafür sein, ob er den diplomatischen Kanal als Alternative zu weiterem militärischem Druck nutzen will oder im Gegenteil als Instrument, um günstige Bedingungen vor einer möglichen Eskalation zu verankern.