Das US-Kongress-Büro für Haushalt (CBO) – eine unabhängige Analyseinrichtung des Gesetzgebungsorgans – hat einen Bericht über die Kosten der ersten fünf Monate des Krieges gegen den Iran veröffentlicht. Laut den Berechnungen der Behörde hat die Regierung von Donald Trump für die Kriegsführung auf dem Nahen Osten mindestens 38,1 Milliarden Dollar ausgegeben. Der Bericht feststellt, dass die Kampfoperationen den größten Teil der Militärausgaben ausmachen: Auf sie entfällt mehr als die Hälfte der Gesamtmilitärausgaben der Regierung im entsprechenden Zeitraum.
Umfang der aktuellen und künftigen Ausgaben
Laut Schätzung des CBO kann der Konflikt den Vereinigten Staaten in Zukunft etwa 2–3 Milliarden Dollar pro Monat kosten. Die Behörde betont, dass die endgültige Höhe der monatlichen Kosten direkt von der Intensität der Kampfhandlungen abhängen wird: Im Szenario niedriger Intensität belaufen sich die Ausgaben auf etwa 2 Mrd. Dollar pro Monat, während sie bei aktiveren Operationen 3 Mrd. Dollar übersteigen können. Das Kongress-Büro für Haushalt prognostiziert zudem einen weiteren Anstieg der Ausgaben mit der Fortsetzung des Konflikts, was bedeutet, dass die Gesamtkosten des Krieges die bereits getragenen 38,1 Mrd. Dollar deutlich übersteigen werden.
Wiederaufbau der Waffenbestände als eigener Posten
Ein erheblicher Teil der Mittel ist laut CBO-Schätzung für den Wiederaufbau der in den Kampfhandlungen verbrauchten Raketen- und Luftabwehrbestände erforderlich. Dafür könnten etwa 21,7 Mrd. Dollar aufgewendet werden, davon 13,1 Mrd. für Abfangraketen, 7,3 Mrd. für Marschflugkörper und weitere 1,2 Mrd. für andere Munition. Die Behörde hob ausdrücklich hervor, dass der Wiederaufbau der Waffenbestände ein eigener Ausgabenposten des US-Verteidigungsministeriums im Zusammenhang mit dem Krieg ist und nicht Teil der laufenden Kampfkosten.
Langfristige Folgen für die Luftabwehr
Ein zentraler Schluss des Berichts ist, dass der Nachschub der Abfangraketenbestände mindestens fünf Jahre in Anspruch nehmen kann. Das CBO weist darauf hin, dass dies die Möglichkeiten der amerikanischen Luftabwehr im Falle eines potenziellen bewaffneten Konflikts mit China erheblich einschränken wird, da die Schlüsselmittel der Luftabwehr über einen langen Zeitraum nach der Iran-Kampagne wiederhergestellt werden müssen.
Widersprüchliche Daten
Bei der Interpretation der Zahlen aus dem Bericht sind mehrere Einschränkungen zu beachten. Erstens sind alle genannten Beträge Schätzungen und Projektionen des CBO und keine endgültigen geprüften Daten, daher können die tatsächlichen Ausgaben sowohl nach unten als auch nach oben abweichen. Zweitens umfassen die 38,1 Mrd. Dollar die ersten fünf Monate des Krieges und beinhalten die Kampfoperationen, während die 21,7 Mrd. für den Wiederaufbau der Bestände als eigener Posten des Verteidigungsministeriums ausgewiesen sind – das bedeutet, dass bei der Addition beider Kennzahlen ein Risiko der Doppelzählung besteht, wenn die laufenden Kampfkosten und die nachträgliche Auffüllung der Arsenalen nicht getrennt werden. Schließlich spiegelt der Bereich von 2–3 Mrd. Dollar pro Monat zwei Intensitätsszenarien wider und keine einzige fixe Zahl, daher bleibt die prognostizierte Gesamtkosten des Krieges eine variable Größe.
Politischer Kontext
Die Veröffentlichung des Berichts fiel mit einem breiteren politischen Hintergrund zusammen: Zuvor wurde berichtet, dass Trump vor dem Hintergrund des Krieges auf dem Nahen Osten begonnen hatte, von den Verbündeten „Kompensationen“ zu verlangen, und es gab Angaben, dass die USA ihre Präsenz im Iran aufrechterhalten und dessen Ölressourcen kontrollieren könnten. In diesem Kontext wird der CBO-Bericht nicht nur zu einem Buchhaltungsdocument, sondern zu einem Argument in der Debatte darüber, wer und in welchem Umfang die finanzielle Last für die Fortsetzung des Konflikts tragen sollte.