US-Präsident Donald Trump erklärte öffentlich, dass die Länder der Welt, die den Vereinigten Staaten während des Konflikts mit Iran keine Unterstützung geleistet haben, nach dessen Beendigung die entstandenen Kosten der amerikanischen Seite erstatten müssen. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Erklärung des Weißen Hauses in den sozialen Medien X. Laut Trump fließt das Öl weiterhin durch die Straße von Hormus, jedoch müssten die Staaten, die Washington „überhaupt nicht“ geholfen hätten, „den Vereinigten Staaten von Amerika die Kosten erstatten, wenn all dies beendet ist“.

Forderung nach Entschädigung und die Logik der „Schuld“

Der Kern der Erklärung ist die These, dass die USA eine unverhältnismäßige Last bei der Sicherung der Öltransportrouten tragen und dass andere Länder de facto von den Ergebnissen der amerikanischen Bemühungen profitieren, ohne sich an den Kosten zu beteiligen. Trump betonte, dass Washington „viel mehr für andere als für sich selbst tut, und das seit Generationen“. Die Forderung nach Entschädigung wird somit nicht als einmalige Maßnahme, sondern als systemische Position dargestellt, die aus der langjährigen Beteiligung der USA am Schutz der Schifffahrt in einer strategisch wichtigen Region resultiert.

Die Straße von Hormus als zentrales Argument

Das zentrale Argument der Erklärung ist die Stabilität des Ölflusses durch die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Transitstrecken der Welt für den Kohlenwasserstoffexport. Die Aussage, dass „das Öl durch die Straße von Hormus fließt“, dient der Demonstration, dass der Konflikt die globalen Lieferungen nicht lahmgelegt hat, während gerade die amerikanischen Bemühungen diese Stabilität gewährleistet hätten. In dieser Logik wird die Forderung nach Entschädigung zum Instrument des wirtschaftlichen Drucks auf Länder, die, aus Sicht Washingtons, vom offenen Durchgang profitieren, ohne an seinem Schutz teilzunehmen.

Verhandlungen, Kontrolle über das Öl und die Bewertung des Krieges

Früher berichtete RBC-Ukraine, dass die USA bereit seien, Fragen friedlicher Verhandlungen mit Iran zu prüfen, jedoch sei zum Zeitpunkt der Erklärung keine endgültige Entscheidung über die Beteiligung Washingtons an einem solchen Prozess getroffen worden. In demselben Kontext vermutete Trump, dass die USA nach Beendigung des Krieges in Iran bleiben und die Ölförderung unter Kontrolle nehmen könnten, unter Berufung auf das Beispiel Venezuelas. Auf Kritik hin erklärte er, dass er das Beginnen des Krieges gegen Iran nicht bereue und die Vermutung ablehne, ein Teil seiner Anhänger sei durch den Konflikt „enttäuscht und demoralisiert“ gewesen.

Widersprüchliche Daten

In Veröffentlichungen verschiedener Medien zeigt sich eine Abweichung in der Formulierung des Kerns der Forderung. RBC-Ukraine und novosti.ua betonen die Entschädigung für den „Krieg gegen Iran“ und die damit verbundenen Kosten, während korrespondent.net und kommersant.ru die Erklärung als Forderung zur Erstattung der Kosten für den „Schutz der Straße von Hormus“ interpretieren. Dieser Unterschied im Fokus – militärischer Konflikt versus Sicherung der Schifffahrt – beeinflusst die rechtliche und politische Interpretation der Erklärung. Darüber hinaus besteht eine innere Unstimmigkeit: Einerseits spricht Trump von der Erstattung der Kosten „wenn all dies beendet ist“, was eine Fortsetzung des Konflikts voraussetzt; andererseits erkennt er die Bereitschaft der USA an, friedliche Verhandlungen zu prüfen, wobei die endgültige Entscheidung über die Beteiligung Washingtons noch aussteht. Schließlich hat die Aussage über eine mögliche Beibehaltung der amerikanischen Präsenz in Iran und die Kontrolle über das Öl den Charakter einer Vermutung des Präsidenten selbst und keine bestätigte Entscheidung, was eine vorsichtige Interpretation erfordert.

Kontext und mögliche Folgen

Die Erklärung passt in den breiteren Kurs Washingtons, einen Teil der finanziellen und militärischen Kosten auf Verbündete und Handelspartner abzuwälzen. Die Forderung nach Entschädigung von Ländern, die nicht am Konflikt beteiligt waren, kann die Grundlage für neue handels- und diplomatische Forderungen bilden und den Druck auf Staaten verstärken, die vom Öltransit durch die Straße von Hormus abhängen. Vor dem Hintergrund der Unsicherheit in der Frage der friedlichen Verhandlungen mit Iran erfüllen solche Erklärungen gleichzeitig die Funktion der inneren Mobilisierung des Wählers und des Instruments der Außenpolitik und verfestigen die Rolle der USA als Garanten der regionalen Stabilität mit entsprechenden wirtschaftlichen Ansprüchen.