US-Präsident Donald Trump hat sich erneut zu einer möglichen Teilnahme Wladimir Putins am kommenden G20-Gipfel geäußert. Im Gespräch mit Journalisten vor dem Weißen Haus erklärte der amerikanische Präsident auf die Frage, ob russische Vertreter bei dem Treffen anwesend sein werden und ob der russische Staatschef persönlich kommen werde: „Ich würde mich sehr freuen, Putin beim G20-Gipfel zu sehen. Ich weiß nicht, ob er kommen wird.“ Damit hat Washington öffentlich seine Bereitschaft signalisiert, den russischen Präsidenten zu empfangen, jedoch ohne zu garantieren, dass Moskau dieses Format nutzen wird.

G20-Gipfel in Miami: Format und Zeitplan

Den vorliegenden Angaben zufolge ist der G20-Gipfel für den 14. und 15. Dezember in Miami angesetzt. Für Russland ist die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung nicht nur eine Frage des Protokolls, sondern auch politisch sensibel: Die Anwesenheit auf einem Forum, auf dem sich die Anführer der größten Volkswirtschaften versammeln, wird automatisch zum Gegenstand von Diskussionen über Legitimität und diplomatische Anerkennung. Genau deshalb wird jede öffentliche Äußerung Washingtons zum Thema Einladung als Signal über den Zustand der bilateralen Beziehungen gewertet und darüber, wie bereit die USA sind, multilaterale Plattformen für den direkten Kontakt mit Moskau zu nutzen.

Chronologie der Einladung: Von „nicht eingeladen“ bis zur offiziellen Einladung

Die Haltung der USA zur Einladung Putins zum G20-Gipfel hat sich im Laufe des Jahres 2026 verändert. Im Frühjahr erklärte Donald Trump noch, er habe Wladimir Putin nicht zum Gipfel eingeladen, merkte jedoch an, ein solcher Besuch wäre nützlich. Bereits im September teilte Außenminister Marco Rubio mit, dass die USA eine Einladung an Putin für den G20-Gipfel ausgesandt hätten. Moskau reagierte verhalten positiv: Kremlsprecher Dmitri Peskov erklärte, Moskau begrüße diese Entscheidung und die Frage werde auf diplomatischem Wege geprüft. Damit war die Einladung bis Oktober von beiden Seiten bestätigt, und Trumps jüngste Äußerung über seine Bereitschaft, Putin „gerne zu sehen“, kann als öffentliche Bestätigung dafür gewertet werden, dass die Einladung nach wie vor gilt.

Reaktion im Kongress und die diplomatische Schiene

Vor dem Hintergrund dieser Aussagen wurde im US-Kongress laute Kritik geübt: Eine Gruppe von 14 parteiübergreifenden Senatoren forderte Trump auf, die Einladung für Putin zurückzuziehen. Ihren Worten nach legitimiert die Einladung den russischen Angriff auf die Ukraine. Dies verdeutlicht, dass die Frage der Teilnahme des russischen Führers am G20-Gipfel innerhalb der USA keineswegs abgeschlossen ist und weiterhin Gegenstand einer parteipolitischen Debatte bleibt, selbst wenn sie auf Ebene des Weißen Hauses und des Außenministeriums bereits als Fakt behandelt wird.

Der breitere Kontext der Friedensverhandlungen

Die Äußerung zum G20-Gipfel erfolgte vor dem Hintergrund einer Reihe von Aussagen Trumps zu den Aussichten einer Konfliktregelung in der Ukraine. In den letzten Wochen sprach der US-Präsident wiederholt über die enge Zusammenarbeit mit den Führern der Ukraine und Russlands, darüber, dass beide Präsidenten ein Ende der Kampfhandlungen anstreben, sowie über die Hoffnung auf ein Friedensabkommen vor dem Winter. In dieser Logik wird ein mögliches Treffen mit Putin in Miami von Beobachtern als potenzielle Plattform für einen direkten Kontakt angesehen, obwohl bislang keine der beiden Seiten ein konkretes Datum oder Format für solche Verhandlungen bestätigt hat.