Washington hat den Drohnenangriff auf die strategische Ost-West-Ölleitung Saudi-Arabiens öffentlich mit Iran in Verbindung gebracht. Dies erklärte US-Präsident Donald Trump am Samstag während eines Gesprächs mit Journalisten in Dublin, als er auf die direkte Frage antwortete, ob er Iran für den Angriff auf die Pipeline verantwortlich halte, die es ermöglicht, Öl um die Straße von Hormus herum zu exportieren. Seinen Worten zufolge: „Ich denke, ja, wahrscheinlich sind es sie.“ Die Aussage erfolgte vor dem Hintergrund, dass am Vortag, am Freitag, in Saudi-Arabien Drohnen auf die wichtige Ost-West-Ölleitung geschlagen hatten: Die Pumpstationen wurden beschädigt und der Betrieb der Pipeline vorübergehend gestoppt.

Erklärung Trumps in Dublin

Der amerikanische Staatschef machte die entsprechende Erklärung am Samstag in Dublin, wo man ihn fragte, ob Iran an dem Angriff auf die für die Region wichtige Pipeline beteiligt sei. Trump formulierte die Vorwürfe nicht als rechtlich bewiesenen Fakt, sondern beschränkte sich auf eine Wahrscheinlichkeitsbeurteilung: Seinen Worten zufolge stehe Iran „wahrscheinlich“ hinter dem Vorfall. Damit nannte Washington erstmals auf so hoher Ebene Teheran öffentlich als Hauptverdächtigen für den Angriff auf die Ölader Saudi-Arabiens, obwohl in den vorliegenden Materialien keine formelle Bestätigung seitens der iranischen Behörden oder unabhängige Ermittlungen angeführt werden.

Kontakt mit Riad und den Huthi

Neben der Bewertung der Beteiligung Irans berichtete Trump, dass er nach dem Angriff ein Gespräch mit dem Kronprinzen Saudi-Arabiens, Mohammed bin Salman, geführt habe, den er als „guten Freund“ bezeichnete. Separat erzählte der US-Präsident von einem Kontakt mit den jemenitischen Huthi, die seiner Darstellung nach von Iran unterstützt werden: Vertreter der Gruppierung hätten, so Trump, die US-Regierung angerufen und zum Ausdruck gebracht, dass sie keine direkte Einmischung Washingtons in den Konflikt wünschten. „Sie würden es vorziehen, dass wir uns nicht einmischen, und lassen die meisten Schiffe passieren“, erklärte er. Trump fügte hinzu, es gebe nur ein Land, mit dem die Huthi „nicht sehr zufrieden“ seien, und versprach, dass die USA sich um diese Situation „kümmern“ würden, ohne sie namentlich zu nennen.

Angriff auf die Ölleitung und Folgen für den Markt

Am Vortag der Erklärung Trumps griffen in Saudi-Arabien Drohnen die wichtige Ost-West-Ölleitung an. Infolgedessen wurden die Pumpstationen beschädigt und der Betrieb der Pipeline vorübergehend gestoppt. Diese Route hat strategische Bedeutung, da sie dem Königreich ermöglicht, Öl um die Straße von Hormus herum zu exportieren – den wichtigsten Knotenpunkt des weltweiten Ölhandels. Laut Berichten mehrerer Medien stiegen die Ölpreise nach der Schließung der Pipeline wieder über die Marke von 100 Dollar pro Barrel, was die Empfindlichkeit des Weltmarkts gegenüber jeder Lieferunterbrechung in der Region Persischer Golf unterstreicht.

Widersprüchliche Angaben

In den vorliegenden Materialien gibt es eine Reihe von Ungereimtheiten und einseitigen Behauptungen, die zu berücksichtigen sind. Erstens beruht der Vorwurf gegen Iran ausschließlich auf der Einschätzung Trumps („wahrscheinlich sind es sie“); weder Iran noch die Huthi bestätigen in den zitierten Quellen ihre Beteiligung am Angriff auf die saudische Pipeline, und eine unabhängige Ermittlung wird in den Materialien nicht erwähnt. Zweitens ist die Aussage über den Telefonanruf der Huthi bei der US-Regierung und deren Bereitschaft, „die meisten Schiffe passieren zu lassen“, einseitig: Die Gruppierung selbst kommentierte dies in den vorliegenden Quellen nicht. Drittens spricht Trump gleichzeitig über den Angriff auf die Ölleitung in Saudi-Arabien und über das Verhalten der Huthi im Hinblick auf die Schifffahrt, ohne zu klären, ob es sich um denselben Vorfall oder um zwei zusammenhängende, aber getrennte Drucklinien handelt. Schließlich nannte der US-Präsident das „einzige Land“, mit dem die Huthi „nicht zufrieden“ seien, nicht und ließ die Formulierung mehrdeutig.

Regionaler Kontext

Der Vorfall fügt sich in den breiteren Kontext der Konfrontation um den Persischen Golf ein, in dem die Länder der Region nach Einschätzung von Beobachtern zwischen Iran und den USA stehen. Die Stilllegung der strategischen Ölleitung, die es ermöglicht, die Straße von Hormus zu umgehen, erhöht den Druck auf die Ölmärkte und steigert die Bedeutung der diplomatischen Kanäle, über die Trump in Dublin sprach – sowohl mit Riad als auch, seinen Worten zufolge, mit den Huthi. Die weitere Entwicklung wird davon abhängen, ob die Beteiligung Irans öffentlich bestätigt und der Betrieb der Pipeline in den kommenden Tagen wieder aufgenommen wird.