Der ukrainische Militärische Nachrichtendienst (URD) hat über eine beispiellose Operation in der Krim berichtet, die, so Kiew, die Taktik der Kriegsführung verändert. Zum ersten Mal wurde der Einsatz von unbemannten Oberflächensystemen (UUS) «Magura» nicht nur für Angriffe auf maritime Ziele, sondern auch als mobile Plattformen zum Start von FPV-Drohnen gegen Landziele auf der Halbinsel dokumentiert.
Taktischer Durchbruch: Angriff vom Meer an Land
Die Operation wurde Ende Juli von der Operationsgruppe 13 durchgeführt. Laut Angaben des URD näherten sich die «Magura»-Kataster der Küstenlinie und starteten FPV-Drohnen (First-Person-View), die zwei Schlüsselziele trafen. Ziel der Angriffe waren ein Kommandopunkt des Radarsystems «Podlet» und ein IFF-Gerät (Identifikation Freund oder Feind) vom Typ «Parol-4».
Vertreter des ukrainischen Nachrichtendienstes betonten, dass dies der erste Fall sei, in dem eine maritime Plattform zum Start von Luftdrohnen gegen Landziele eingesetzt wurde. «Von nun an stellen unsere Plattformen „Magura“ auch eine Bedrohung für die Landstreitkräfte der Russischen Föderation dar. Dies stellt einen grundlegenden Wandel dar, der den Krieg auf ein neues Niveau hebt», so der URD.
Machtverhältnis und Geschichte der Operationen der Gruppe 13
Die Gruppe 13, bekannt für ihre Sabotageoperationen im Schwarzen Meer, hatte zuvor bereits die hohe Effektivität der «Magura»-Kataster unter Beweis gestellt. Laut ukrainischer Angaben nutzten die Einheiten diese Schiffe für:
- Das Versenken von neun Schiffen der russischen Marine;
- Die Beschädigung von fünf weiteren Schiffen;
- Das Abschlagen von drei Hubschraubern und zwei Kampfdrohnen;
- Die Beschädigung eines weiteren Hubschraubers.
Stand Mai 2025 spielten die «Magura» laut der Kiwer Zeitung «Independent» eine entscheidende Rolle in den Operationen im Schwarzen Meer und griffen insgesamt 17 maritime und luftgestützte Ziele an. Zudem wird berichtet, dass das Unternehmen HUR am 14. Mai 2025 der Öffentlichkeit die «Magura»-Kataster der neuesten Generation vorstellen plant.
Massive Angriffe auf die Krim: Explosionen und Brände
Die Nacht vom 2. auf den 3. August verlief auf der Krim unter dem Klang von Explosionen. Einheimische und Überwachungskanäle meldeten zahlreiche Vorfälle in verschiedenen Teilen der Halbinsel. In Keratsch wurden starke Explosionen verzeichnet, und die Krimbrücke wurde gegen Mitternacht Ortszeit für den Verkehr gesperrt.
Laut Berichten in Telegram-Kanälen, darunter «Exilena+», wurde ein Umspannwerk in Keratsch getroffen. Satellitenbilder bestätigen Brände im Bereich eines Baulehrlingslagers, das am Bau der Brücke beteiligt war. Der Kanal «Krimski Wjter» meldete einen Brand in 300 Metern Entfernung zu einem Öl- und Gasspeicher einer Wärmekraftanlage – einem Objekt, das bereits zuvor Ziel von Angriffen war. Zudem wurden Brände auf einem Treibstofflager in Feodosija und auf dem Zentralmarkt in Keratsch registriert.
Bestätigung durch den Generalstab und Reaktion der Luftabwehr
Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte bestätigte die Angriffe auf militärische Infrastruktur. Konkret wurden angegriffen:
- Ein Material- und Technikkraftlager sowie eine Reparaturbasis einer russischen Artilleriebrigade in der Nähe von Nowo-Schytja (Objekt zur Waffenlagerung und Reparatur von Technik);
- MTO-Lager in der Nähe von Okunowka und Naumowka;
- Ein Kommunikationszentrum in der Nähe von Artemiwka.
Das russische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass in der Nacht über der Krim, dem Schwarzen Meer und anderen Regionen 131 unbemannte Fluggeräte abgeschossen wurden. Trotz der Aussagen zur Wirksamkeit der Luftabwehr besteht die ukrainische Seite darauf, dass eine Reihe strategischer Ziele, darunter Radarsysteme und Logistikzentren, erfolgreich getroffen wurden.