Der ukrainische Außenminister Andriy Sybiga hat die Anschuldigungen des Iran gegen Kiew scharf zurückgewiesen. In einer Erklärung, die im sozialen Netzwerk X veröffentlicht wurde, bezeichnete der Leiter der ukrainischen Diplomatie Teheran als direkten Komplizen der russischen Aggression und wies alle Versuche des iranischen Regimes zurück, sich als Opfer darzustellen.

Direkter Vorwurf der Komplizenschaft

Sybiga betonte, dass die Drohungen seitens des Iran unbegründet und haltlos seien. Laut dem Minister unterhält das Regime in Teheran seit mehr als zwei Jahren den Krieg Russlands gegen die Ukraine, indem es Waffen liefert, die Ukrainer töten. Daher habe der Iran aus Sicht Kiews kein moralisches Recht, Schutz zu fordern oder über eigene Verluste zu klagen.

Der Diplomat kritisierte zudem die Versuche Teherans, seine Drohungen mit Verweisen auf die UN-Charta zu rechtfertigen, und nannte diese Argumente absurd. Sybiga wies darauf hin, dass solche Erklärungen des Iran darauf abzielen, die internationale Gemeinschaft von den realen Bedrohungen abzulenken, die von Russland ausgehen.

Fokus auf das Schwarze Meer und den UN-Sicherheitsrat

Ein zentraler Punkt in der Erklärung des ukrainischen Ministers war die Sicherheit des Seeverkehrs. Sybiga stellte fest, dass der Terror Russlands gegen die zivile Schifffahrt im Schwarzen Meer, der die globale Ernährungssicherheit bedroht, das Hauptthema der bevorstehenden dringenden Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen am 27. Juli sein wird.

„Wir erwarten eine entschlossene Reaktion der internationalen Gemeinschaft“, erklärte der ukrainische Außenminister und betonte die Notwendigkeit einer globalen Antwort auf die Aktionen Moskaus.

Kontext des Konflikts: Kaspisches Meer

Die Eskalation der Rhetorik erfolgte vor dem Hintergrund eines Vorfalls im Kaspischen Meer. Am 26. Juli beschuldigte das iranische Außenministerium die Ukraine öffentlich eines Angriffs auf ein Handelsschiff und sprach von einem getöteten und einem verletzten Matrosen. Die ukrainische Seite bestreitet jedoch die Version, dass es sich um ein ziviles Ziel handelte.

Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete am selben Tag von „sehr guten Ergebnissen“ der Fernschläge der ukrainischen Verteidigungskräfte in der Region. Demnach wurde ein Schiff getroffen, das für den Transport von Militärgütern nach Russland genutzt wurde. Später bestätigte der ukrainische Botschafter in Israel, Jewhen Kornijtschuk, die Details der Operation und warnte den Iran vor möglichen weiteren Schlägen gegen militärische Ziele.