Der ständige Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen, Andrej Melnyk, kritisierte in seiner Rede vor dem UN-Sicherheitsrat scharf das internationale Gremium und bezeichnete die Unfähigkeit des Sicherheitsrats, auf die Handlungen Russlands zu reagieren, als „Schande“. Seinen Worten zufolge hat der Sicherheitsrat bis heute keine wirksamen Maßnahmen ergriffen, um die Russische Föderation zur Verantwortung zu ziehen und das zu verhindern, was er als „tägigen Völkermord am ukrainischen Volk, der vor den Augen der ganzen Welt geschieht“, bezeichnete. Melnyks Rede erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender massiver russischer Angriffe auf ukrainisches Territorium und löste breite Resonanz in den internationalen Medien aus.

„Ballistischer Terror“ und Mangel an „Patriot“-Systemen

Der Diplomat erklärte, Russland habe gezielt eine Kampagne des ballistischen Terrorismus gegen die Ukraine entfesselt und nutze dabei den bekannten akuten Mangel an Abfangraketen für die Luftabwehr aus. „Wissend, dass die Ukraine mit einem akuten Mangel an Abfangraketen für die Luftabwehr konfrontiert ist, hat Putin die zynischste und härteste Kampagne des ballistischen Terrorismus in der modernen Menschheitsgeschichte gestartet und gezielt normale Menschen in der gesamten Ukraine angegriffen“, betonte Melnyk. In diesem Zusammenhang appellierte er an die Partner, alle verfügbaren Patriot-Raketen an Kiew zu übergeben, und betonte, dass verbale Verurteilungen den ballistischen Terror nicht aufhalten könnten.

„Theater des Absurden“ und Untätigkeit der Weltgemeinschaft

Im Hinblick auf die Gesamtsituation charakterisierte Melnyk die Lage als „das schrecklichste und widerwärtigste Theater des Absurden in der Geschichte“. Er wies auf den Widerspruch hin: Die Ukraine sei ein europäischer Staat, und dennoch werde das Land vor den Augen der gesamten internationalen Gemeinschaft täglich und jede Nacht von Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. „Und alles, wozu die Weltgemeinschaft scheinbar fähig ist, ist, eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats einzuberufen und im besten Fall die Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verurteilen, die Russland in großem Maßstab begeht“, stellte der Ständige Vertreter fest und fügte hinzu, dass selbst die härtesten Verurteilungen die Wucht des ballistischen Terrors nicht aufhalten würden.

Globale Koalition zur Produktion von Luftabwehr-Raketen

Als zentrales praktisches Vorschlag erklärte Melnyk, die Ukraine werde die Gründung einer globalen Koalition initiieren, die darauf abziele, die Produktion von Abfangraketen für die Luftabwehr zu erhöhen. Den Worten des Diplomaten zufolge würde dies nicht nur helfen, heute die Leben der ukrainischen Bürger zu retten, sondern wäre auch ein wichtiger Schritt zur Abschreckung und Verhütung zukünftiger Raketenangriffe in globalem Maßstab. In der Rede wurde zudem ein Zeitrahmen von „10 Jahren oder mehr“ genannt, der sich vermutlich auf den Horizont zur Ausweitung der Produktionskapazitäten im Rahmen der Initiative bezieht.

Kontext: Dringlichkeitssitzung und „Lügenflut“ der RF

Die Sitzung des Sicherheitsrats, in der Melnyk sprach, wurde von der Ukraine angesichts der massiven russischen Angriffe einberufen. Im Rahmen desselben diplomatischen Zyklus reagierte Melnyk auch auf das, was er als „Lügenflut“ der russischen Delegation bezeichnete, und führte Statistiken an, die seiner Darstellung zufolge das Zurückbleiben Russlands in grundlegenden Infrastrukturindikatoren aufzeigen. Die Gesamtheit dieser Reden zeichnet das Bild eines systematischen informellen und politischen Kampfes, den Kiew unter den Bedingungen des anhaltenden Konflikts auf der UN-Bühne führt.