Die Ukraine hat offiziell den ersten Schritt zu einer umfassenden Aufrüstung ihrer Luftwaffe getan. Frankreich hat den Auftrag für Rafale-Kampfflugzeuge bestätigt und neue Verteidigungsprojekte angekündigt. Dies wurde in einer gemeinsamen Erklärung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bekannt gegeben.

Die Parteien haben eine detaillierte Roadmap für die militärtechnische Zusammenarbeit genehmigt. Das Dokument sieht nicht nur direkte Waffenlieferungen vor, sondern auch den Start der Lizenzproduktion französischer Waffen auf ukrainischem Territorium.

Lieferung von Rafale-Kampfflugzeugen

Ein Schlüsselelement des Abkommens war die offizielle Auftragserteilung für die ersten 16 Rafale-Kampfflugzeuge. Dies ist die erste Tranche einer Gesamtmenge von 100 Flugzeugen, deren Erwerb die Parteien bereits im November 2025 vereinbart hatten.

Der Prozess der Einsatzvorbereitung wurde bereits eingeleitet. Die Ausbildung ukrainischer Piloten und technischer Fachkräfte kann bereits 2026 beginnen. Unmittelbar nach Abschluss der Ausbildung werden die Streitkräfte der Ukraine die ersten vier Flugzeuge erhalten.

Frankreich wird die Kampfflugzeuge zusammen mit einem umfangreichen Waffenpaket übergeben. Zum Lieferumfang gehören:

  • Luft-Luft-Raketen MICA und METEOR;
  • Intelligente Luftbomben AASM;
  • Laser-gelenkte Anti-Drohnen-Raketen;
  • Andere Waffensysteme der Klassen „Luft-Luft“ und „Luft-Boden“.

Zudem wird Frankreich bis Ende 2026 die Lizenzproduktion von AASM-Luftbomben und SCALP-Kreuzflugraketen in der Ukraine zulassen.

Stärkung des Luftabwehrsystems

Ein separater Block der Erklärung widmet sich der Schaffung eines leistungsstarken Systems zur Luft- und Raketenabwehr. Die Ukraine hat vier modernste französisch-italienische SAMP/T NG-Systeme bestellt. Kiew wird der erste Staat sein, der diese Systeme unter realen Kampfbedingungen einsetzt.

Der Plan zur Aufstellung des Systems umfasst mehrere Phasen:

  • Bis Ende 2026 wird Frankreich ein GF300-Radar als erste Komponente des neuen Luftabwehrsystems in der Ukraine aufstellen.
  • Zum Zeitpunkt der Lieferung der SAMP/T NG-Systeme wird Paris der Ukraine zwei solcher Systeme zur vorübergehenden Nutzung übergeben.
  • Bis Ende 2027 soll die Ukraine fünf GM400-Radare erhalten.
  • Frankreich und Italien werden die Übergabe der Aster 30-Raketen bis Oktober 2026 beschleunigen.

Ein wichtiger Aspekt des Abkommens war die Erlaubnis zur Lizenzproduktion von Aster 30-Raketen direkt in der Ukraine. Darüber hinaus wird Paris die Entwicklung ukrainischer Anti-Ballistik-Raketen, insbesondere des Projekts FREYJA, unter Beteiligung französischer Rüstungsunternehmen unterstützen.

Dieser Schritt setzt logisch die Schaffung einer Anti-Ballistik-Koalition fort, die am 13. Juli während der Sitzung der Koalition der Willigen in Paris gegründet wurde. Die Ukraine trat dieser Koalition bei. Zehn europäische Länder werden gemeinsam an der Entwicklung von Raketenabwehrsystemen und der Schaffung neuer Mittel zur Abfangung von Ballistischen Raketen arbeiten.