Umfangreiche Waldbrände, die den Südwesten Frankreichs ergriffen haben, erforderten eine beispiellose internationale Reaktion. Im Rahmen des Zivilschutzmechanismus der Europäischen Union hat Ukraine eine gemischte Einheit von Rettungskräften nach Frankreich entsandt, um bei der Bewältigung der Naturkatastrophe zu helfen. Die Operation wurde auf direkten Befehl von Präsident Wolodymyr Selenskyj initiiert.
Spezialisten mit einzigartiger Erfahrung
Nach Frankreich ist eine Einheit von 70 Personen gereist, die durch 15 Fahrzeuge mit Spezialausrüstung verstärkt wurde. Dies teilte der ukrainische Innenminister Iwan Wyhowskyj mit. In seiner Erklärung betonte er, dass die ukrainischen Rettungskräfte über eine einzigartige Erfahrung im Einsatz unter extremen Bedingungen verfügen, die sie bei der Beseitigung der Folgen russischer Angriffe und bei komplexen Such- und Rettungsoperationen gesammelt haben.
Die Details der Operation wurden am Vortag im Rahmen von Online-Gesprächen zwischen dem Leiter des ukrainischen Innenministeriums und dem französischen Innenminister Laurent Nuñez abgestimmt. Wyhowskyj betonte zudem, dass Kiew bei Bedarf bereit sei, der französischen Seite Luftfahrzeuge des Staatlichen Dienstes für Notfälle (GSCHS) zur Verfügung zu stellen.
Katastrophale Lage in der Gironde
Die kritischste Lage herrscht im Département Gironde im Südwesten des Landes. Das Feuer hat etwa 42.000 Hektar Waldfläche vernichtet. Aufgrund der direkten Bedrohung für Wohngebiete mussten mehr als 200.000 Menschen ihre Häuser verlassen.
Am Morgen des 31. Juli begann sich die Lage in der Region zu stabilisieren, und einige Bewohner konnten in ihre Häuser zurückkehren. In der Umgebung der Bucht von Arcachon und der Halbinsel Cap Ferret bleibt das Gefahrenniveau jedoch hoch. Zur Bekämpfung des Feuers haben die französischen Behörden Tausende von Feuerwehrleuten, Soldaten und Flugzeuge mobilisiert sowie die Mechanismen der internationalen Hilfe der EU aktiviert.
Krisenmanagement und Wettervorhersage
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat ein Krisentreffen abgehalten, um die Maßnahmen zur Brandbekämpfung zu koordinieren. Das Feuer hat bereits Zehntausende Hektar Wald vernichtet und eine großangelegte Evakuierung der Bevölkerung ausgelöst.
Die Situation wird durch die Wettervorhersagen erschwert: Eine neue Welle extremer Hitze wird erwartet, die die Lage verschlimmern und neue Brände auslösen könnte. Bereits am 29. Juli hatte Wolodymyr Selenskyj offiziell die Bereitschaft der Ukraine bestätigt, Frankreich bei der Bewältigung dieser groß angelegten Katastrophe zu helfen.