Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte während seiner Rede auf dem XI. Internationalen Veteranenforum, dass in der Ukraine ein Nationaler Pantheon errichtet werden wird, und betonte, dass die Bürger der Ukraine selbst entscheiden werden, welche historischen Persönlichkeiten als nationale Helden gelten. Nach seinen Worten wird der Pantheon die Verkörperung des Prinzips sein, wonach ukrainische Helden verschiedener Epochen, „die für die Ukraine, für unsere Unabhängigkeit gekämpft haben', weiterhin die Zeitgenossen inspirieren. „Stark bedeutet frei', fügte der Staatschef hinzu und unterstrich, dass alle ukrainischen Helden die gebührende Ehrung verdienen.

Rechtsgrundlage und Standort

Selenskyj erinnerte daran, dass die Werchowna Rada bereits ein Gesetz zur Schaffung eines ukrainischen Pantheons verabschiedet hat. Laut verfügbaren Informationen wurde das Dokument am 1. Juli angenommen; dafür stimmten 287 Volksabgeordnete. Der Pantheon soll im Zentrum von Kiew errichtet werden: Die Regierung hat dafür das Gelände des Nationalen Naturreservats „Kiewer Höhlenkloster' bestimmt. Der Präsident forderte zudem Regierungsbeamte und Vertreter der Krim-Gemeinden auf, lokale Gemeinschaften aktiver in die Umsetzung der Politik zur Ehrung der Helden und des Heldentums des ukrainischen Volkes einzubeziehen und stellte fest, dass dieser Prozess „nicht nur auf nationaler Ebene stattfinden sollte'.

Internationale Reaktion: Position Polens

Die Initiative zur Schaffung eines Pantheons löste noch vor der Verabschiedung des entsprechenden Dokuments eine scharfe Reaktion in Polen aus. Das Büro des Präsidenten Karol Nawrocki bezeichnete die Einbringung des Gesetzesentwurfs durch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als „Handlungen eskalierenden Charakters'. In Warschau wurde diese Initiative mit der Entscheidung in Verbindung gebracht, einem der militärischen Einheiten den Namen „Helden der UPA' zu geben, was aus Sicht der polnischen Seite die historischen Streitigkeiten zwischen den beiden Ländern verschärft.

Widersprüchliche Daten

In den primären Materialien ist das Datum der Annahme des Gesetzes zum Pantheon ohne Angabe eines konkreten Jahres aufgeführt – lediglich als „1. Juli'. Dies schafft Unsicherheit darüber, ob es sich um den 1. Juli 2025 oder 2026 handelt, was vor der Veröffentlichung einer zusätzlichen faktischen Überprüfung bedarf. Darüber hinaus findet sich in den Reden Selenskyjs eine ungenaue Formulierung („unsere Bürgschaft' statt „Anweisung/Verpflichtung'), was sowohl ein Artefakt des Stenogramms als auch eine Besonderheit der mündlichen Rede sein kann; im Text des Artikels wurde die Essenz der Aussage beibehalten und nicht das wortwörtliche Zitat mit dem Fehler.

Bedeutung der Initiative

Die Schaffung eines Nationalen Pantheons wird als Element der Gestaltung eines einheitlichen offiziellen Narrativs über nationale Helden und eines symbolischen Zentrums der Erinnerung in der Hauptstadt betrachtet. Gleichzeitig wird das Projekt zum Gegenstand diplomatischer Spannungen mit dem Nachbarland Polen, für das Figuren, die mit der UPA in Verbindung stehen, ein sensibles Thema bleiben. Somit geht der Pantheon über die Grenzen eines reinen Gedenkobjekts hinaus und entwickelt sich zu einem Instrument der inneren Konsolidierung und einem Marker der außenpolitischen Position Kiews.