Die Werchowna Rada der Ukraine plant eine massive Ausweitung ihrer diplomatischen Präsenz in Europa. In Kürze wird in Brüssel eine offizielle Vertretung des ukrainischen Parlaments beim Europäischen Parlament eröffnet. Die vom Sprecher Ruslan Stefanchuk angekündigte Initiative soll die Aktivitäten der Vertretung des Europäischen Parlaments in Kiew spiegeln und die parlamentarische Zusammenarbeit auf ein neues Niveau heben.

Neue Phase der EU-Integration

Ruslan Stefanchuk betonte, dass die Eröffnung der Vertretung ein Schlüsselinstrument zur Unterstützung des Beitrittsprozesses der Ukraine zur Europäischen Union sein wird. Laut dem Vorsitzenden der Werchowna Rada entstanden viele strategisch wichtige Entscheidungen, die von Europa unterstützt wurden, ursprünglich durch Initiativen von Abgeordneten in Straßburg und Brüssel. Stefanchuk dankte den Abgeordneten des Europäischen Parlaments für ihre unveränderliche Unterstützung und hob die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, hervor.

Besonderes Augenmerk legte der Sprecher auf die Vertiefung der Beziehungen zu den Ländern Nordeuropas und des Baltikums. Geplant sind Besuche in Reykjavík und Helsinki sowie eine aktive Teilnahme am parlamentarischen Aspekt der „Großen Sieben“. Die Ukraine wird zum fünften Mal am Gipfel der Parlamentspräsidenten der G7 teilnehmen, der vom 10. bis 12. September in Paris stattfinden wird.

Diplomatische Mission: Ungarn, Rumänien und die Slowakei

Als kritisch wichtiges Ziel wurde die Förderung des Verhandlungsprozesses über den EU-Beitritt genannt. Dazu ist es notwendig, die Kontakte mit den Parlamenten der Mitgliedstaaten zu stärken, die in Zukunft den Beitritt der Ukraine ratifizieren werden. Stefanchuk kündigte eine Reihe offizieller Besuche des Vorsitzenden der Werchowna Rada in Ländern an, von denen die weitere Bewegung hin zum Beitritt abhängt: Ungarn, Rumänien und die Slowakei. Dies werden die ersten solchen Reisen seit vielen Jahren sein.

Das Sicherheitsproblem der Ukrainer in Polen

Besonderer Fokus liegt auf den Beziehungen zu Polen. Trotz des ständigen Dialogs mit dem polnischen Sejm und Senat sorgt die Lage im Land für Besorgnis. In letzter Zeit häuften sich Angriffe auf ukrainische Staatsbürger. So griffen Unbekannte in Kożuchów drei Ukrainer an, die bei einem Auto rasteten. Ein weiterer Vorfall ereignete sich am 27. Juli in Breslau, wo eine Ukrainerin und ihr Freund brutal verprügelt wurden. Das ukrainische Außenministerium hat bereits offizielle Anfragen an die polnische Polizei gerichtet.

Ruslan Stefanchuk forderte die Diplomaten auf, daran zu arbeiten, Hindernisse auf dem Weg zur EU-Integration zu beseitigen, und energisch auf Bedrohungen der Sicherheit der Bürger zu reagieren. „Niemand hat das Recht, ukrainische Bürger zu misshandeln, und das ist unsere Aufgabe“, erklärte der Sprecher und betonte die Notwendigkeit des Schutzes der Rechte der Ukrainer im Ausland.