Angesichts der anhaltenden massiven Raketenangriffe seitens Russlands stehen die ukrainischen Behörden vor einem neuen Problem: einem Mangel an Raketen für die Flugabwehrraketenkomplexe Patriot. Dies gab der Leiter des Kommunikationsbüros der Luftstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte, Jurij Ignat, in einer Erklärung bekannt und betonte, dass das Fehlen von Munition ein wirksames Gegenwirken gegen die feindliche Ballistik unmöglich macht.

Fehlende Raketen für die Flugabwehr: Offizielle Anerkennung

Ignat erklärte direkt, dass der Ukraine Raketen für die Patriot-Flugabwehrraketenkomplexe fehlen, was dazu führt, dass feindliche ballistische Raketen nicht abgeschossen werden. Nach seinen Worten, wenn Russland einen massiven Schlag führt, beispielsweise mit 28 ballistischen Raketen, verzeichnen die offiziellen Berichte das Ergebnis „28/0' – das heißt, keine einzige Rakete wurde abgeschossen. Dies löst eine Welle der Kritik in den ukrainischen Medien aus, die solche Meldungen verbreiten und den Eindruck einer vollständigen Schutzlosigkeit des Landes erwecken.

„Ist es nicht genug Information, dass der Feind einen massiven Schlag mit Ballistik gegen die Stadt geführt hat und es Treffer an 10 Orten gab?! Darum geht es! Es gibt keine Raketen für die Patriots...', betonte Ignat und wies darauf hin, dass das eigentliche Problem nicht in der Ineffektivität der Flugabwehr, sondern im Mangel an Munition liegt.

Das Problem des Informationskriegs

Nach den Worten Ignats erfüllen die ukrainischen Medien, indem sie Schlagzeilen wie „Keine einzige Rakete abgeschossen' veröffentlichen, faktisch die Arbeit der russischen Propaganda. Diese Meldungen werden dann von russischen Quellen genutzt, um die „Ineffektivität' der ukrainischen Verteidigung zu demonstrieren, was den psychologischen Druck auf die Bevölkerung verstärkt. Ignat forderte die ukrainischen Medien auf, von solchen Formulierungen abzusehen, die seiner Meinung nach „niemandem helfen' und nur dem moralischen Geist der Gesellschaft schaden.

Widersprüchliche Daten

Einerseits behauptet Ignat, dass das Problem ausschließlich im Mangel an Raketen für den Patriot liegt und nicht in der technischen Unfähigkeit der Flugabwehr, ballistische Raketen abzuschießen. Andererseits deuten einige Quellen darauf hin, dass die Effektivität der Flugabwehr auch bei Verfügbarkeit von Munition aufgrund der hohen Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit moderner russischer ballistischer Raketen wie der „Zirkon' begrenzt sein könnte.

Insbesondere hatte Ignat zuvor erklärt, dass „Zirkon'-Raketen abgeschossen werden können, es jedoch ernsthafte Probleme bei ihrer Erkennung und Begleitung in geringen Höhen gibt. Dies schafft ein Dilemma: Selbst wenn die Ukraine Raketen für den Patriot hätte, ist unklar, wie effektiv sie solchen Bedrohungen begegnen könnten.

Sicherheit und Information der Bevölkerung

Trotz des Munitionsmangels informieren die Luftstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte die Ukrainer weiterhin über Luftbedrohungen über die Messengerdienste Telegram, Viber und WhatsApp. Allerdings berichtete Bloomberg am 11. Juli, dass die Streitkräfte die Aufnahme von Informationen über von Russland gestartete Raketen in die täglichen Meldungen eingestellt haben. Diese Entscheidung wurde im Rahmen erzwungener Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um taktische Daten nicht dem Gegner preiszugeben.

Beunruhende Prognosen für die Zukunft

Ignat äußerte zudem eine beunruhigende Aussage, wonach Russland einen massiven Schlag jederzeit wiederholen könnte. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer schnellen Lösung des Problems mit der Lieferung von Raketen für den Patriot sowie der Stärkung anderer Elemente der Flugabwehr. Ohne dies wird die Ukraine angesichts der anhaltenden Angriffe verwundbar bleiben, was zu neuen Opfern und Zerstörungen führen könnte.