London genehmigt Technologietransfer offiziell

Der britische Premierminister Andy Burnham, der sich zu einem Besuch in Kiew befindet, hat offiziell bestätigt, dass er den Antrag der Ukraine auf Übertragung der Technologien zur Herstellung der Langstreckenraketen Storm Shadow genehmigt hat. Laut seinen Worten wandte sich Präsident Wolodymyr Selenskyj an London mit der Bitte, die entsprechenden Technologien zu teilen, damit die Ukraine in der Lage ist, solche Waffen selbst herzustellen. „Ich freue mich, heute bestätigen zu können, dass ich diesen Antrag genehmigt habe“, erklärte der britische Premier und fügte hinzu, dass Großbritannien bereits 2023 als erstes Land der Ukraine Langstreckenschlagmittel übergeben habe.

Britische und französische Industrie werden in die Zusammenarbeit einbezogen

Burnham betonte, dass die Entwicklung dieser Fähigkeit gemeinsam mit der Beteiligung von Rüstungsunternehmen beider Länder erfolgen werde. „Die britische und die französische Industrie – und wir danken auch Präsident Macron und seinen Kollegen – werden nun mit der Ukraine an der Entwicklung dieser Fähigkeit arbeiten“, so der Premier. Er kritisierte zudem den Kurs Moskaus und erklärte, dass der russische Präsident Wladimir Putin seiner Einschätzung nach darauf hoffe, „mit einer Terror-Kampagne, die ballistische Raketen gegen ukrainische Zivilisten einsetzt, zu siegen“, und rief dazu auf, Russland „in erster Linie“ durch Sanktionen zu stoppen, die Lieferketten unterbrechen, und durch die Unterstützung der Langstreckenkampagne der Ukraine.

Kontext: Entlassung von MBDA-Daten und Zusammenhang mit der Rakete SCALP

Die Entscheidung über den Technologietransfer fügt sich in einen breiteren Prozess ein: Die britische Regierung hatte zuvor dem Rüstungsunternehmen MBDA erlaubt, vertrauliche Informationen über britische Komponenten der Langstreckenrakete SCALP – der französischen Version der britischen Storm Shadow – preiszugeben. Beide Raketen nutzen gemeinsame französische und britische Technologien, was ihre gemeinsame Untersuchung und Lokalisierung zu einem technisch begründeten Schritt macht. Besonders wird angemerkt, dass London auch das ukrainische System Freyja unterstützen wird, was den Rahmen der Zusammenarbeit über ein einzelnes Waffensystem hinaus erweitert.

Reaktion Moskaus

In Moskau hat die Unterstützung Großbritanniens für die Ukraine bereits Unmut hervorgerufen. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peschow, hatte zuvor mit Schlägen gegen ukrainische Unternehmen gedroht, die Langstreckenschlagmittel herstellen. Damit könnte die Formalisierung des Technologietransfers und der Start der gemeinsamen Arbeit mit den Rüstungsunternehmen beider Länder einen neuen Anlass für eine Eskalation der Rhetorik und der Erklärungen seitens Moskaus darstellen.

Widersprüchliche Angaben

In den Formulierungen verschiedener Medien gibt es einen Nuancenunterschied, der den Charakter der Zusammenarbeit betrifft. In der grundlegenden Erklärung des Premiers liegt der Schwerpunkt darauf, dass die Ukraine die Möglichkeit erhält, auf Basis der übergebenen Technologien eigenständig Langstreckenfähigkeiten zu schaffen. Gleichzeitig charakterisieren eine Reihe von Medien (darunter Unian und Anadolu) das Ereignis in ihren Schlagzeilen als Beginn einer „gemeinsamen Produktion“ von Storm-Shadow-Raketen mit der Ukraine. Beide Versionen beziehen sich auf dieselben Worte Burnhams, wobei die erste die Lokalisierung und die unabhängige Herstellung in der Ukraine unterstreicht, die zweite den gemeinsamen Charakter der Arbeit der britischen, französischen und ukrainischen Seiten. Der Unterschied ist eher redaktionell-formulierender Natur, aber wichtig für das genaue Verständnis der Ergebnisse der Vereinbarung.