Die Ukraine steht vor einer ernsthaften Herausforderung für ihr Stromnetz: Eine anomale Hitzewelle in der kommenden Woche könnte zu einem drastischen Anstieg des Stromverbrauchs führen. Prognosen zufolge könnte die Netzlast um ganze Gigawatt steigen. Dies erklärte der erste stellvertretende Ministerpräsident und Energieminister Denys Schmyhal, dessen Worte von RBC-Ukraine zitiert werden.
Balance am Limit: Sitzung mit Branchenführern
Um Störungen im Stromnetz zu verhindern, wurde eine dringende Sitzung mit der Führung der wichtigsten Marktteilnehmer abgehalten: „Ukrenergo', „Energoatom', „Ukrgidroenergo', „Naftogaz' und der NKREKP. Das Hauptziel des Treffens war die Entwicklung einer Strategie zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts im Energiesystem unter Spitzenlastbedingungen.
Die Situation wird dadurch verschärft, dass für diesen Zeitraum planmäßige Wartungsarbeiten an den Erzeugungskapazitäten geplant sind. Die Verringerung der verfügbaren Kapazitäten in Kombination mit der rekordverdächtigen Nachfrage aufgrund der Hitze birgt Risiken für die Netzstabilität.
Aktionsplan: Von Appellen bis zu Abschaltplänen
Das Energieministerium hat eine Reihe von Maßnahmen angeordnet, um den stabilen Betrieb der Infrastruktur zu gewährleisten. Denys Schmyhal äußerte die Zuversicht, dass die getroffenen Entscheidungen es ermöglichen werden, die Bedürfnisse der Verbraucher vollständig zu decken.
Doch „Ukrenergo' bereitet einen Szenario für den Fall einer kritischen Last vor. Das Unternehmen schließt die Anwendung von Leistungsbegrenzungsplänen für Industrieunternehmen und Gewerbebetriebe nicht aus. Die Energieversorger appellieren zudem an die Bevölkerung zur Stromspare, wobei sie besonders die Spitzenzeiten von 16:00 bis 23:00 Uhr betonen.
Cyberbedrohungen und technische Details zu Abschaltungen
Neben der physischen Belastung des Netzes sehen sich die Energieversorger auch mit Informationsangriffen konfrontiert. Bereits im Juni wurde über Massenversandungen von Tätern aus Russland bekannt. Unter dem Deckmantel offizieller Schreiben von „Ukrenergo' wurden Bürgern schädliche Dateien angeboten, die sich als Abschaltpläne oder Zahlungsscheine tarnen. Das Unternehmen dementierte kategorisch die Praxis, solche Dokumente per E-Mail zu versenden.
Zudem hat DTEK technische Details zu Abschaltungen geklärt, die bei den Bewohnern oft Fragen aufwerfen. Das Unternehmen erklärte, dass nicht einzelne Häuser, sondern die sie versorgenden Energieanlagen vom Stromnetz getrennt werden. Deshalb kann es während planmäßiger oder Notfallarbeiten vorkommen, dass der Strom gleichzeitig in mehreren Treppenhäusern oder sogar ganzen Wohnvierteln ausfällt.