Die Ukraine und Großbritannien haben die gemeinsame Arbeit an Projekten intensiviert, die darauf abzielen, den Schutz des ukrainischen Luftraums zu stärken. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung und Einführung von Systemen, die ballistische Bedrohungen abfangen können, sowie die Ausweitung der Lieferungen von hochpräzisen Waffen.

Schlüsselfragen wurden im Rahmen eines Treffens des ukrainischen Verteidigungsministers Jewhen Hmara, des Oberbefehlshabers der Streitkräfte der Ukraine Michail Drapat und des Chefs des Verteidigungsstabes der britischen Streitkräfte, Luftmarschall Sir Richard Naiton, erörtert. Die Konzentration lag auf praktischen Schritten zur Modernisierung der ukrainischen Luftabwehr.

Anti-Ballistische Projekte und der britische Beitrag

Den Verhandlungen wurde besonderes Augenmerk auf anti-ballistische Projekte gewidmet. Militärische Experten diskutierten die Möglichkeiten Großbritanniens, an der Entwicklung und dem Einsatz solcher Systeme teilzunehmen. Diese Richtung wird als entscheidend für die Abwehr massiver Raketenangriffe angesehen, die regelmäßig auf das ukrainische Territorium verübt werden.

Meteor-Raketen und Schutz vor Luftbomben

Neben Luftabwehrsystemen hofft die Ukraine auf Unterstützung Londons bei der Lieferung von Meteor-Raketen für Gripen-Jäger. Diese Munition ist notwendig, um effektiv gegen russische Träger von gelenkten Luftbomben (UAB) vorzugehen, die eine ernsthafte Bedrohung für Bodentruppen und Infrastruktur darstellen.

Finanzierung durch eingefrorene Vermögenswerte

Die Parteien diskutierten auch die Frage der Lieferung von Systemen zur Bekämpfung von Kamikaze-Drohnen (»Anti-Shahed«-Systeme). Es wird die Möglichkeit erörtert, diese Richtung durch Einnahmen aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten zu finanzieren. Ein solcher Mechanismus würde den schnellen Kauf der erforderlichen Ressourcen ermöglichen, ohne die Budgets der Partnerländer direkt zu belasten.

Globaler Kontext: USA, Japan und Patriot

Parallel zu den Verhandlungen mit den Briten führt Kiew aktive Konsultationen mit den USA. Auf der Tagesordnung stehen die Beschleunigung der Lieferung von Raketen für die Patriot-Luftabwehrraketensysteme sowie der Start einer gemeinsamen Produktion von Luftabwehrkomponenten. Darüber hinaus hofft die Ukraine auf Unterstützung Japans bei der Organisation der Produktion von Patriot-Systemen nach amerikanischer Lizenz, was die Verfügbarkeit von Waffen erhöhen sollte.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor über einen akuten Mangel an Raketen zum Schutz vor ballistischen Angriffen gesprochen. Als Reaktion darauf kündigte er neue Personalernennungen im Verteidigungssektor an und definierte konkrete Schritte zur Beschleunigung der Umsetzung der Schlüsselprojekte zur Schaffung eines zuverlässigen Luftschirms.