Am Rande der 81. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York kam es zu einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Ukraine und der USA, bei dem eine Reihe zentraler Fragen im Zusammenhang mit der Verteidigung und der weiteren Regelung besprochen wurde. Laut ukrainischen und internationalen Quellen stand im Mittelpunkt der Tagesordnung das Thema der Vergabe einer Lizenz an die Ukraine zur Herstellung von Raketen für das Luftverteidigungssystem Patriot. Ein mit dem Verlauf der Verhandlungen vertrauter anonymer Quelle zufolge wurde „während des Treffens mit Trump ein gewisser Fortschritt in der Frage der Patriot-Lizenzen erzielt“.
Verhandlungen am Rande der Generalversammlung
Das Treffen fand im Rahmen des offiziellen Besuchs von Wolodymyr Selenskyj in New York statt, wo derzeit die 81. Sitzung der UN-Generalversammlung stattfindet. Der ukrainische Präsident hatte zuvor betont, dass die ukrainische Seite im Rahmen des Forums rund zwei Dutzend wichtige Fragen besprechen müsse, die militärische, wirtschaftliche und diplomatische Bereiche betreffen. In diesem Zusammenhang widmete sich das Gespräch mit dem amerikanischen Präsidenten unter anderem auch Fragen der Luftverteidigung und der Erweiterung der Möglichkeiten Kiews zur Herstellung von Flugabwehrraketen.
Patriot-Lizenz: Von der Ungewissheit zu Fortschritten
Bevor Wolodymyr Selenskyj Donald Trump traf, hatte er öffentlich erklärt, dass er von der amerikanischen Seite keine eindeutige Antwort bezüglich der Vergabe einer Lizenz an die Ukraine zur Herstellung von Raketen für Patriot erhalten habe. Dies erzeugte den Eindruck einer Stagnation in einer Frage, die Kiew als entscheidend für den Schutz seines Territoriums ansieht. Nach den Verhandlungen änderten sich jedoch die Formulierungen: Laut Quellen geht es nun um einen „gewissen Fortschritt“, und der amerikanische Präsident zeigt laut Berichten mehrerer ukrainischer Medien eine positive Haltung gegenüber der Vergabe solcher Lizenzen.
Widersprüchliche Angaben
Hier ist es wichtig, die Abweichung in den Formulierungen ehrlich festzuhalten. Einerseits hatte Selenskyj vor dem Treffen ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er keine eindeutige Antwort zur Patriot-Lizenz erhalten habe, was auf das Fehlen einer endgültigen Entscheidung hindeutet. Andererseits spricht eine anonyme Quelle nach den Verhandlungen nur von einem „gewissen Fortschritt“, während ukrainische Medien (UNN, Gordonua, Strana) Aussagen darüber übermitteln, dass Trump „zustimmt“ oder „positiv gestimmt“ ist, was die Lizenzen betrifft. Zwischen „keine eindeutige Antwort“, „gewisser Fortschritt“ und „Zustimmung/positive Haltung“ besteht somit eine Abstufung, die die Parteien noch nicht auf ein gemeinsames dokumentarisches Ergebnis gebracht haben. Keine der Versionen widerlegt die andere, aber auch keine bestätigt den Fakt einer bereits unterzeichneten Lizenz.
Weiterer Zeitplan der Kontakte
Laut RBC-Ukraine war am Abend nach amerikanischer Zeit ein Treffen auf Berater-Ebene mit dem Sonderbeauftragten des US-Präsidenten Steve Witkoff und dem Schwiegersohn des amerikanischen Präsidenten Jared Kushner sowie Vertretern der „Eurodrei“ (E3) geplant. Dies deutet darauf hin, dass die Verhandlungen nicht auf den bilateralen Kontakt der Staatschefs beschränkt sind, sondern auf Arbeitsebene mit Einbeziehung europäischer Partner fortgesetzt werden. Derselben anonymen Quelle zufolge liegt bei einer Reihe anderer wichtiger Fragen zur Ukraine „der Ball derzeit auf dem Feld der RF“, das heißt, die weitere Entwicklung hängt von den Schritten der russischen Seite ab.
Energie-Waffenstillstand und andere Fragen
Unter den am Rande der Generalversammlung besprochenen Themen hob Selenskyj insbesondere die Frage eines Energie-Waffenstillstands seitens Russlands hervor. Die Ukraine hat ihre Bereitschaft zu einem solchen Waffenstillstand zum Ausdruck gebracht, und die USA haben sich laut seinen Worten bereit erklärt, das entsprechende Signal an Moskau weiterzugeben. Die Tagesordnung des Treffens in New York umfasst somit sowohl praktische Verteidigungsschritte – vor allem die Lizenz zur Herstellung von Patriot-Raketen – als auch breitere diplomatische Initiativen, deren Umsetzung nach Einschätzung der Teilnehmer weitgehend von der Position Russlands abhängt.