Das Ministerium für digitale Transformation der Ukraine hat die Bedingungen für Internet-Provider vereinfacht, die Netze in abgelegenen Ortschaften verlegen. Die zentrale Änderung betrifft die Kosten für den Zugang zu Strommasten: Anstelle der bisherigen 10 Hrywnja zahlen die Provider nun einen symbolischen Kopecke. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf das Ministerium. Im Grunde handelt es sich um eine tausendfache Tarifsenkung, die den wichtigsten wirtschaftlichen Hemmschuh für die Abdeckung der „digitalen Wüsten“ in ländlichen Gebieten beseitigen soll.
Warum abgelegene Dörfer jahrelang ohne Netz blieben
Jahrelang haben Provider abgelegene Dörfer bewusst gemieden: Die Miete der Strommasten, an denen das Kabel befestigt wird, war zu teuer. In Ortschaften mit nur wenigen potenziellen Abonnenten war sich die Amortisation des Netzaufbaus gering und manchmal sogar negativ. Infolgedessen blieben Tausende von Dörfern ohne Heiminternet, und ihre Bewohner mussten sich mit Mobilfunk oder ganz ohne stabilen Netzzugang behelfen.
Was sich genau für die Provider ändert
Die neuen Bedingungen machen den Anschluss wirtschaftlich sinnvoll. Die durch die Mastmiete eingesparten Mittel können die Betreiber für den Kauf von Ausrüstung, die Modernisierung von Knotenpunkten und die eigentliche Netzverlegung verwenden. Wichtig ist, dass der Vorzugspreis nicht nur für die Masten in den Dörfern selbst gilt, sondern auch für den Kabeltransit aus benachbarten Ortschaften – also für die gesamte Kette, die nötig ist, damit das Signal das abgelegene Haus erreicht. Laut Schätzung des Digitalministeriums eröffnet die Entscheidung die Möglichkeit, 1043 Ortschaften an das Netz anzuschließen, in denen die Menschen bisher keinen Heiminternet haben.
Gültigkeitsdauer der Vorzugsbedingungen
Der festgelegte Tarif von 1 Kopecke pro Mast gilt während der gesamten Dauer des Kriegszustands und noch ein Jahr nach dessen Beendigung. Der Vorzugsmodus ist somit an ein konkretes Zeitfenster gebunden, was den Providern planbare Bedingungen für Investitionen in die Infrastruktur in den kommenden Jahren bietet.
Was das den Bewohnern abgelegener Gebiete bringt
Nach dem Entwurf des Ministeriums soll die Netzentwicklung es den Bewohnern abgelegener Dörfer ermöglichen, stabiles Heiminternet zu erhalten, staatliche und bankbezogene Online-Dienste zu nutzen sowie remote zu lernen und zu arbeiten. Für Regionen, in denen digitale Dienste zur Voraussetzung für den Zugang zu grundlegenden Funktionen – von der elektronischen Medizin bis zur Fernbeschäftigung – werden, kann dies ein spürbarer Schritt zur Verringerung der Kluft zwischen Stadt und Land sein. Kontextuell fügt sich die Entscheidung in einen breiteren Diskurs über die digitale Infrastruktur der Ukraine ein, einschließlich des 5G-Starts und möglicher Verschärfungen der Anforderungen an den Betrieb mobiler Netze während Stromausfällen.