Der ukrainische Ministerrat plant in Kürze, die Vorschriften für den Bau unterirdischer Verteidigungsbetriebe zu vereinfachen. Die entsprechenden Änderungen bereitet das Verteidigungsministerium vor, das eine vollständige rechtliche Grundlage für die sogenannte geschützte unterirdische Produktion schaffen will. Dies erklärte Vizeverteidigungsministerin Anna Hovdjjar laut RBC-Ukraine in ihrem Twitter-Account.
Rechtsgrundlage für die unterirdische Produktion
Laut Hovdjjar hat das Ministerium bereits Änderungen zur Kabinettsverordnung Nr. 1494 ausgearbeitet. Ihr Ziel ist es, eine normative Grundlage zu schaffen, die den legalen und vereinfachten Bau von Produktionsanlagen unter der Erde ermöglicht. Wie die Vizeministerin betonte, soll genau dieses Modell administrative Hürden abbauen und der Branche ein Instrument für die schnelle Aufstellung geschützter Kapazitäten geben.
Mechanismus zur Anwerbung privater Investoren
Ein zentrales Element des neuen Modells wird die Möglichkeit der Beteiligung von Privatkapital sein. Nach dem Konzept des Verteidigungsministeriums können Investoren die Objekte mit eigenen oder geliehenen Mitteln errichten und sie anschließend an Verteidigungsbetriebe im Eigentum, zur Nutzung oder zur Miete übergeben. Auf diese Weise beabsichtigt der Staat, den Budget zu entlasten und gleichzeitig die Schaffung geschützter Produktionsstandorte zu beschleunigen, indem er die Risiken zwischen Staat und Wirtschaft verteilt.
Kontext: Anpassung der Verteidigungsproduktion an Beschuss
Die regulatorischen Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund einer anhaltenden Bedrohung durch russischen Beschuss, der ukrainische Rüstungsproduzenten zwingt, sich ständig anzupassen. Die Unternehmen diversifizieren ihre Kapazitäten im ganzen Land, verlegen sie unter die Erde und verlagern in Einzelfällen Teile der Produktionslinien ins Ausland. Um das Risiko des Produktionsverlusts zu verringern, setzen die Betriebe einen komplexen Ansatz ein – von der geografischen Verteilung der Werkshallen bis zur Verlagerung kritischer Schritte in eine geschützte unterirdische Ausführung.
Neue Ernennung in der Führung des Verteidigungsministeriums
Wie erinnert, wurde Anna Hovdjjar am 8. September zur Vizeverteidigungsministerin der Ukraine ernannt. In ihre Zuständigkeit wurden die Entwicklung des Verteidigungsindustriekomplexes und der Export ukrainischer Verteidigungslösungen übertragen. Die zentrale Priorität dieses Bereichs bleiben die Bedürfnisse der Front: Die Streitkräfte müssen rechtzeitig und in ausreichender Menge inländische Waffensysteme erhalten, um russischen Bedrohungen auf dem Schlachtfeld zu begegnen. Die Ausarbeitung der Änderungen zur Verordnung Nr. 1494 war einer der ersten praktischen Schritte in diese Richtung.