Für Hunderttausende Ukrainer, die sich unter vorübergehendem Schutz in Polen befinden, ist ein kritischer Moment eingetreten. Eine Mitteilung der polnischen Behörde für Ausländerangelegenheiten (Urząd do Spraw Cudzoziemców) enthält ein klares Signal: Bis zum 31. August 2026 müssen die Passdaten im Register aktualisiert werden. Die Ignorierung dieser Anforderung droht mit dem Verlust des PESEL UKR-Status und aller damit verbundenen Rechte.
Wer ist von den Änderungen betroffen?
Die polnischen Behörden legen den Schwerpunkt auf spezifische Gruppen von Bürgern, deren Daten zwingend aktualisiert werden müssen. In erster Linie geht es um Ausländer, die eine PESEL-Nummer mit dem Status UKR ausschließlich auf Basis einer Erklärung erhalten haben, ohne dabei ein gültiges Reisedokument vorzulegen.
Besondere Besorgnis erregt die Situation bei Minderjährigen. Kinder unter 18 Jahren, deren Identität zuvor nur auf der Grundlage von Fotos bestätigt wurde, die in die Pässe der Eltern oder gesetzlichen Vertreter eingetragen waren, müssen den Aktualisierungsprozess durchlaufen. Auch Ukrainer, die nach Erhalt der PESEL UKR-Nummer einen neuen Reisepass beantragt haben, fallen in diese Kategorie.
Folgen des Nichtstuns
Die Fristen, die vom polnischen Gesetzgeber festgelegt wurden, sind streng. Wenn bis zum 31. August 2026 kein gültiger Pass bei der Gemeindeverwaltung vorgelegt wird, wird der UKR-Status annulliert. Dies wird den Verlust des Rechts auf vorübergehenden Schutz in Polen zur Folge haben.
Ohne einen gültigen PESEL UKR-Status ist die Beantragung einer CUKR-Aufenthaltserlaubnis unmöglich. Dies ist das Schlüsseldokument, das den Aufenthalt legalisiert und den Zugang zu sozialen Garantien, medizinischer Versorgung und dem Arbeitsmarkt ermöglicht.
Ablauf des Verfahrens
Wichtig ist zu beachten, dass der Prozess der Informationsaktualisierung für die Antragsteller keine finanziellen Kosten verursacht. Das Verfahren ist kostenlos und führt nicht zu einer Änderung der PESEL-Nummer. Im Register werden ausschließlich aktuelle Informationen über das neue oder gültige Identitätsdokument eingetragen.
Diese Maßnahme fügt sich in den allgemeinen Trend der Verschärfung der Kontrolle über Migrationsströme und Arbeitskräfte ein. Zuvor wurde bekannt, dass ab dem 8. Juli 2026 in Polen verstärkte Kontrollen von Arbeitsverträgen für Ausländer eingeführt wurden. Inspektoren haben das Recht, zivilrechtliche Vereinbarungen in offizielle Arbeitsverträge umzuwandeln, wenn festgestellt wird, dass der Arbeitnehmer faktisch ein Angestellter des Unternehmens ist.