Das ukrainische Verteidigungsministerium hat mit der Entwicklung vorhersehbarer und verständlicher Arbeitsregeln für inländische Waffenhersteller begonnen. Dies erklärte der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenytsch Hymar bei einem Treffen mit Vertretern ukrainischer Verteidigungsunternehmen und Branchenverbänden, wie RBC-Ukraine unter Berufung auf das Ministerium berichtet. Der Leiter des Verteidigungsressorts dankte den Vertretern der Rüstungsindustrie für ihren Beitrag zur Aufrechterhaltung der Verteidigungsfähigkeit des Landes und betonte, dass es für das Verteidigungsministerium von entscheidender Bedeutung sei, einen direkten Dialog mit der Rüstungsindustrie aufrechtzuerhalten.

Strategie zur Entwicklung der inländischen Rüstungsindustrie

„Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam die Bedingungen für die Entwicklung einer starken ukrainischen Rüstungsindustrie zu schaffen, die in der Lage ist, die Produktion zu skalieren und dem Frontabschnitt das Nötige zu liefern“, erklärte Hymar. Nach seinen Worten arbeite das Ministerium daran, die Regeln für die Zusammenarbeit mit den Waffenherstellern transparenter und vorhersehbarer zu machen, was das Wachstum der Produktion von Militärtechnik und Waffen im Rahmen des andauernden Krieges stimulieren solle.

Export als Instrument der Branchenentwicklung

Ein besonderes Augenmerk wurde beim Treffen auf das Thema eines möglichen Exports ukrainischer Verteidigungslösungen gelegt. Das Verteidigungsministerium betonte, dass die vollständige Versorgung des Frontabschnitts mit seinen Bedürfnissen nach wie vor die oberste und dauerhafte Priorität bleibe. Gleichzeitig werde der Export als Instrument zur Entwicklung der inländischen Rüstungsindustrie und zur Anziehung zusätzlicher Ressourcen für die ukrainische Verteidigung betrachtet. So beabsichtige das Ministerium, ein Gleichgewicht zwischen den inländischen Bedürfnissen und den ausländischen Absatzmärkten herzustellen.

Steuer- und Zollermäßigungen für die Verteidigung

Zu erinnern ist, dass die Werchowna Rada kürzlich die Steuer- und Zollermäßigungen für die Bedürfnisse der Sicherheits- und Verteidigungskräfte erweitert hat. Das Parlament hat Zölle und Mehrwertsteuer auf den Import bestimmter Arten von Technik, Ausrüstung und Komponenten abgeschafft, um die Versorgung der Einheiten mit den nötigen Mitteln zu erleichtern. Diese Maßnahmen sollen die Lieferung von kritisch wichtiger Technik an die Front beschleunigen und die finanzielle Belastung der Verteidigungseinkäufe verringern.

Herausforderungen bei der Beschaffungsqualität

Gleichzeitig bestehen in der Branche weiterhin ernsthafte Herausforderungen bei der Beschaffungsqualität. Der Nationale Verband der Rüstungsindustrie der Ukraine (NAUDI) warnte vor dem Risiko, defekte FPV-Drohnen im Wert von Dutzenden Milliarden Hrywnja einzukaufen. Laut dem Verband birgt die Ausrichtung auf die günstigsten Angebote die Gefahr, dass minderwertige Drohnen mit Glasfaserübertragung an die Front geliefert werden, was die Effektivität der Luftunterstützung und der Schlagoperationen gefährdet.

Regionaler Kontext: Trend zum Export von Verteidigungsgütern

Die Erwägung des Exports von Verteidigungslösungen durch die Ukraine fügt sich in einen allgemeinen regionalen Trend ein. So steigert die Türkei in den letzten Jahren den Export von Verteidigungsgütern in die NATO-Länder erheblich, und der jährliche Waffenexport aus Finnland hat sich verdreifacht und 700 Millionen Euro überschritten, mit Rekordwerten. Diese Beispiele zeigen, dass der Exportanteil zu einem Schlüsselfaktor für die nachhaltige Entwicklung des Rüstungs- und Verteidigungskomplexes in Europa wird.