Katerina Kuznetsova, Alexei Gorbunow, Anna Kuzina, Mila Sywazka, Liubawa Hreschnowa und Alexei Subkow – Namen, die über viele Jahre eng mit dem russischen Kinomarkt verbunden waren. Die Serien „Küche', „Univer', „Grand', die Franchise „Der letzte Bogatyr', die Filme „Sherlock Holmes' und „Möbius' prägten ihre Bekanntheit bei einem breiten Publikum. Doch nach Beginn des großangelegten russischen Einmarschs in die Ukraine beschlossen diese Künstler, ihre Bindungen an die russische Industrie zu lösen und zu ihrer kreativen Arbeit in der Heimat zurückzukehren. Das Magazin Styler hat die Geschichten mehrerer solcher Schauspieler gesammelt und erzählt, wie diese entscheidende Wahl ihre Karriere und ihr Privatleben veränderte.

Von „Küche' und „Univer' zur ukrainischen Bühne

Katerina Kuznetsova wurde in Kiew geboren und aufgewachsen, lebte und arbeitete aber mehr als zehn Jahre in Russland, wohin sie in den 2010er-Jahren umgezogen war. Sie spielte in populären russischen Produktionen mit, darunter in den Serien „Küche' und „Die Rückkehr des Muhtar-2'. Nach Beginn des großangelegten Einmarschs lehnte die Schauspielerin neue russische Projekte ab, befreite sich von ihrem Vermögen in Moskau und kehrte zur Arbeit an ukrainischen Produktionen zurück. Kuznetsova selbst gab zu, dass sie es bereue, Russland nicht schon 2014 verlassen zu haben, und begründete dies damit, dass sie in dieser Zeit auf ihre Karriere konzentriert war und die Folgen ihrer Wahl nicht vollständig erfasste.

Anna Kuzina, ebenfalls gebürtige Kiewer, wurde durch ihre Rolle der Jana Semakina in der russischen Serie „Univer' weit bekannt. Lange Zeit arbeitete sie an russischen Projekten, doch in den letzten Jahren vor dem großangelegten Krieg lebte und baute sie ihre Karriere vor allem in Kiew auf. Nach Kriegsbeginn reiste die Schauspielerin mit ihrem kleinen Sohn nach Frankreich, während ihr Mann in der Ukraine blieb und sich freiwillig zur Armee meldete. In Frankreich arbeitete Kuzina eine Zeit lang in einem Café und baute anschließend ihr berufliches Leben im Ausland weiter auf.

Freiwilligenarbeit und Theater: der Weg der Liubawa Hreschnowa

Liubawa Hreschnowa wurde in Charkiw geboren und begann schon in den ersten Semestern der Universität, im ukrainischen Film mitzuwirken. 2012 zog sie nach Moskau, wo sie ihre Karriere aktiv ausbaute und lange Zeit eine gefragte Schauspielerin auf dem russischen Markt war. In den ersten Tagen des großangelegten Einmarschs verließ Hreschnowa zusammen mit ihrem Mann, dem Schauspieler Mychajlo Pschentschynnyj, und ihrem Sohn Russland. Zuerst arbeitete sie als Freiwillige am Warschauer Bahnhof, danach kooperierte sie aktiv mit Teams und Fonds charkiwischer Freiwilliger.

Im April 2022 gründete Hreschnowa zusammen mit ihrem Mann die ersten ukrainischsprachigen Benefizvorstellungen für Kinder und Erwachsene in Europa. Danach veränderte sich ihr berufliches Leben: Die Künstlerin begann mit ukrainischen Theaterprojekten zu arbeiten, gastierte in der Ukraine und im Ausland und spielte auch im Film mit.

Gorbunow und Subkow: Verzicht auf russische Projekte und Beteiligung an der Verteidigung

Alexei Gorbunow wurde 1961 in Kiew geboren, seine Kindheit verbrachte er im Wohnkomplex Rusanówka am linken Ufer der Hauptstadt. Viele Jahre drehte er aktiv in russischen Filmen mit; zu seinen Arbeiten dieser Zeit zählen „Sherlock Holmes', „Möbius', „Zaletchiki' und die Serie „Leningrad-46'. Nach Beginn der russischen Aggression 2014 im Donbas und der Annexion der Krim erklärte Gorbunow seinen Verzicht auf Dreharbeiten in russischen Projekten und konzentrierte sich auf die Arbeit in der Ukraine, wo er unter anderem in der Serie „Gwardija' über ukrainische Freiwillige mitspielte. In einem Interview erzählte der Schauspieler, dass er nach dem Maidan endgültig begriff, dass sein Platz in der Ukraine sei.

Alexei Subkow war viele Jahre ein bekannter Schauspieler, der regelmäßig in russische Filme und Serien eingeladen wurde, weshalb ihn ein Teil des Publikums als russischen Künstler wahrnahm. Tatsächlich wurde Subkow in Kiew geboren, studierte am Kiewer Theaterinstitut und arbeitete viele Jahre am Theater Iwan-Franko, ohne je geplant zu haben, dauerhaft nach Moskau umzuziehen. Seit 2019 lehnte er Dreharbeiten in Russland ab, und nach Beginn des großangelegten Einmarschs beteiligte er sich an der Verteidigung der Oblast Kiew. 2025 erzählte der Schauspieler in einem Interview, dass er im Theater arbeite, im Film spiele und die Arbeit einer mobilen Schussgruppe koordiniere, die „Schaheds' abschiesst.

Mila Sywazka: Einreiseverbot und neues Leben in Spanien

Mila Sywazka wurde in Kiew geboren und aufgewachsen, wurde aber durch ihre Arbeit an russischen Projekten bekannt. Mehrere Jahre lebte sie in Russland und spielte unter anderem in der Serie „Grand' und in den Filmen der Franchise „Der letzte Bogatyr' mit. 2022 wurde Sywazka wegen ihrer öffentlichen Kritik am russischen Kriegseinmarsch in die Ukraine für 50 Jahre die Einreise in das russische Territorium verboten. Die Schauspielerin sprach offen über die Neuverwertung ihrer Vergangenheit und gab zu, dass sie früher die Karriere an erste Stelle stellte und nicht alle Folgen der Arbeit in Russland erfasste. Seit 2024 lebt sie mit ihrem Mann in Spanien, wo sie, wie das Magazin berichtete, zum ersten Mal Mutter werden soll.

Widersprüchliche Angaben

In den vorliegenden Materialien gibt es Unstimmigkeiten in der Schreibweise der Namen und in Details, die bei der Veröffentlichung zu berücksichtigen sind. Erstens erscheint dieselbe Schauspielerin im Text von Styler unter zwei Varianten des Nachnamens – „Sywazka' und „Sywazka' (abweichend geschrieben), und in der Bildunterschrift des Kollages wird der Name von Alexei Gorbunow fälschlich im weiblichen Genus wiedergegeben („Gorbunowa'). Zweitens weicht die Wahrnehmung von Alexei Subkow durch das Publikum (als russischer Schauspieler) von den tatsächlichen Angaben zu seinem kiewischen Ursprung und seiner Arbeit am Theater Iwan-Franko ab. Schließlich ist das Detail, dass Mila Sywazka „wörtlich in wenigen Tagen' Mutter werden soll, an das Veröffentlichungsdatum des Materials gebunden und kann zum aktuellen Datum (September 2026) bereits veraltet sein; bei einer Übernahme sollte es daher aktualisiert werden.

Insgesamt zeigen die Geschichten dieser Künstler einen gemeinsamen Wandel: Nach 2022 kehrte eine Reihe ukrainischer Schauspieler, deren Karriere auf dem russischen Markt geprägt wurde, bewusst zur Arbeit in der Ukraine oder in der Diaspora zurück und verbindet Kunst mit Freiwilligen- und Verteidigungstätigkeit. Dabei bewertet jeder von ihnen seine frühere Wahl anders – von offenem Bedauern bis zur Neuverwertung der Prioritäten –, was ihre Zeugnisse zu einem wichtigen Querschnitt des kulturellen und bürgerlichen Prozesses macht.