Laut dem offiziellen Bericht des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte haben die Verteidigungskräfte in der vergangenen Nacht eine Reihe von Objekten der russischen Infrastruktur in der Kampfzone und im tiefen Hinterland angegriffen. Wie RBC-Ukraine berichtet, gehören zu den getroffenen Zielen Bodenrelaisstationen, Lagerstätten für Waffen und Militärtechnik, Radargeräte sowie ein Objekt, das mit dem Einsatz von Kampfdrohnen in Verbindung steht.

Angriffe auf die Steuerungskanäle der Drohnen

Besonderes Gewicht legt der Bericht auf die Zerstörung von Bodenrelaisstationen in den Gebieten von Selenskyi Port und Skadowsk in der Chersoner Oblast sowie in Tscherномorske und Oleniwka auf dem vorübergehend besetzten Gebiet der Krim. Laut Generalstab nutzte der Gegner genau diese Relaisstationen zur Steuerung von Kampfdrohnen vom Typ „Geran“/„Herba“. In Oleniwka wurde zudem eine Antennenanlage getroffen. In Donezk wurde laut denselben Angaben ein Objekt getroffen, in dem russische Soldaten Kampfdrohnen lagerten, zum Einsatz vorbereiteten und starteten.

Radar und Lager im Inneren des russischen Territoriums

In der Oblast Brjansk, in der Nähe des Ortes Rjowny, trafen die Verteidigungskräfte laut Bericht eine Radaranlage zur Zielverfolgung. In der Nähe von Tschytscha wurde eine Lagerstätte für russische Waffen und Militärtechnik angegriffen. Der Generalstab betont, dass die Arbeit an wichtigen militärischen Objekten des Gegners fortgesetzt werde.

Kontext: Angriffe auf Raffinerien und „Toljatti-Kautschuk“

Diese Ereignisse ereignen sich vor dem Hintergrund anderer Angaben zu Aktionen im tiefen Hinterland. Zuvor hatte RBC-Ukraine berichtet, dass die ukrainischen Streitkräfte in einer Nacht gleich zwei große Erdölraffinerien im Inneren des russischen Territoriums getroffen hätten; am Vortag hatten ukrainische Drohnen den Kombinat „Toljatti-Kautschuk“ in der Oblast Samara angegriffen.

Widersprüchliche Angaben

Die Darstellung Kiews über die Ergebnisse der nächtlichen Angriffe stimmt nicht mit dem Bild überein, das die russische Seite zeichnet. Laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums (unter Berufung auf kp.ru) haben die ukrainischen Streitkräfte an einem Tag angeblich mehr als 1.300 Soldaten in der Zone der sogenannten „Sonderoperation“ verloren. Andererseits berichten news.mail.ru, dass russische Truppen Energieobjekte und Lager der ukrainischen Streitkräfte getroffen hätten; ein Militärexperte auf derselben Plattform erklärt die „enormen Verluste“ der ukrainischen Truppen. Somit veröffentlichen beide Seiten einseitige Angaben über ihre Erfolge und die Verluste des Gegners, und eine unabhängige Überprüfung der Angaben zu getroffenen Objekten ist derzeit nicht möglich.