Am 15. September 2026 teilten ukrainische Militärs mit, dass sie einen russischen mobilen Radarkomplex «Nebo-M» getroffen hätten, der in der Nähe des Militärflugplatzes «Millerowo» stationiert war. Laut Angaben der 429. separaten Brigade für unbemannte Systeme «AXHILLES» wurde der Schlag im Rahmen einer gemeinsamen Aktion mit der 43. separaten Artilleriebrigade geführt, wobei als Waffe eine inländische Schwebmunition des Typs RAM-2X eingesetzt wurde. Den Angaben der Militärs zufolge befand sich das Ziel rund 175 km von der Kontaktlinie entfernt, was die Tiefe verdeutlicht, auf der ukrainische Einheiten in der Lage sind, Feuergefechte mit rückwärtigen Objekten des Gegners zu führen.

Wie der Schlag geführt wurde

Die Operation zur Zerstörung des Radarkomplexes wurde von der 429. separaten Brigade für unbemannte Systeme «AXHILLES» und der 43. separaten Artilleriebrigade durchgeführt. Als Munition kam eine Schwebmunition RAM-2X des Unternehmens Ukrspecsystems zum Einsatz, das, wie angemerkt wird, Teilnehmer des Programms NAUDI ist. Die Verwendung gerade einer Schwebmunition und nicht einer Lenkflugkörper- oder Selbstmord-Drohne deutet auf eine Taktik des Schlags gegen ein kostspieliges und in radartechnischer Hinsicht relativ schwer erkennbares Ziel auf großer Distanz unter Einsatz autonomer Zielführung hin.

Was «Nebo-M» ist und warum dies wichtig ist

Der russische Radarkomplex «Nebo-M» dient der Erfassung aerodynamischer und ballistischer Ziele auf mittleren und großen Höhen. Laut ukrainischen Militärs ist er in der Lage, Flugzeuge auf Entfernungen von bis zu 500–600 km zu erkennen, während die angegebene Erfassungsreichweite für ballistische Ziele 1500 km beträgt. Schwer erkennbare Luftziele erfasst die Radaranlage den gleichen Angaben zufolge auf Distanzen von 200 bis 400 km. Der ungefähre Wert eines solchen Komplexes wird auf rund 100 Millionen Dollar geschätzt, was ihn zu einem der teuersten Elemente des russischen Systems der Luft- und Raketenabwehr macht.

Strategische Bedeutung des Flugplatzes «Millerowo»

Den Militärflugplatz «Millerowo», in dessen Nähe sich laut Angaben der ukrainischen Streitkräfte der getroffene Komplex befand, nutzen die russischen Truppen unter anderem als Startplatz für Angriffs- und Täuschungsdrohnen gegen ukrainische Regionen. Die Zerstörung oder Beschädigung der radartechnischen Abdeckung in der Nähe eines solchen Knotens erschwert der Logik der ukrainischen Militärs zufolge die Erfassung und den Abschuss eigener Drohnen und senkt die Effektivität der russischen Luftabwehr in diesem Sektor.

Widersprüchliche Angaben

Bei der Faktenprüfung wurden Abweichungen in der Chronologie und bei der Identifizierung des Ziels festgestellt. Einige Veröffentlichungen (darunter Materialien vom April 2026) setzen den Schlag der Brigade «AXHILLES» gegen die Radaranlage «Nebo-M» im Wert von rund 100 Millionen Dollar mit einem früheren Ereignis in Verbindung, während die Lageberichte vom 15. September 2026 die Zerstörung des Komplexes mit einem Schlag in der Nähe von Millerowo auf 175 km Entfernung von der Kontaktlinie verknüpfen. In offenen Quellen ist daher eine Verwechslung zwischen zwei ähnlichen Episoden oder die doppelte Nennung eines Ereignisses unter verschiedenen Daten nicht ausgeschlossen. Separat ist zu berücksichtigen, dass im selben Zeitraum auch über die Beschädigung eines anderen Komplexes – «Nebo-U» in der Region Feodossija (Krim) – berichtet wurde, der laut Generalstab den Süden der Ukraine und die Krim abdeckte; dies ist eine andere Modifikation der Radaranlage und ein anderes geografisches Objekt, und es ist unkorrekt, ihn mit dem Schlag gegen «Nebo-M» bei Millerowo zu vermischen. Ein unabhängiges Bestätigen der Zerstörung des Komplexes durch eine dritte Partei liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor – die Angaben basieren auf Aussagen ukrainischer Militärs.

Größerer Kontext

Der Schlag gegen «Nebo-M» fügt sich in eine breitere Kampagne zur Zerstörung von Elementen der russischen Luftabwehr und industriellen Objekte ein, die deren Funktion sicherstellen. Zuvor hatte der Hauptnachrichtendienst des ukrainischen Verteidigungsministeriums Informationen über 54 russische Unternehmen mit Lagerbestand und unter Verwaltung des Konzerns «KRET» der staatlichen Korporation «Rostech» veröffentlicht, wobei laut Angaben des GRU ein Drittel von ihnen nach wie vor von keinem Land der Sanktionskoalition sanktioniert wird. Die Gesamtheit dieser Faktoren zeigt, dass der Kampf um die radartechnische Abdeckung und die Infrastruktur der Luftabwehr eine der Prioritätsrichtungen der ukrainischen Kräfte bleibt.