Das ukrainische Unternehmen CODE380 hat den tragbaren Passivempfaenger D-Vision SDR vorgestellt, der dazu entwickelt wurde, Videostreams von russischen Angriffsdrohnen in Echtzeit abzufangen. Das Geraet in einem geschuetzten Gehaeuse mit einem Gewicht von etwa 290 Gramm ermoeglicht es Operatoren, Kurs und Ziel einer feindlichen Drohne vor dem Einschlag zu erkennen, ohne dabei die eigenen Positionen zu verraten. Auf dem Display des Empfaengers sind, wie in veroeffentlichten Aufnahmen zu sehen, Signalparameter wie RSSI und SNR im Frequenzbereich von 500 MHz bis 8,7 GHz sowie ein Multirotoren-Drohnensymbol zu erkennen, was den Zweck des Systems bestaetigt.
Software-Defined Radio ohne "tote Winkel"
Der D-Vision SDR basiert auf einer Software-Defined-Radio-Architektur (SDR), die ein kontinuierliches Scannen eines breiten Frequenzbereichs von 500 Megahertz bis 8,7 Gigahertz ohne die fuer schmalbandige Empfaenger typischen "toten Winkel" gewaehrleistet. Analoge Videostreams werden aus Entfernungen von bis zu 10 Kilometern auf Frequenzen von 540 MHz bis 6 GHz abgefangen, waehrend die Erfassungsreichweite bei hoeheren Frequenzen zwischen 3,5 und 5 Kilometern liegt. Ein wesentlicher Vorteil der Softwareimplementierung ist die Moeglichkeit, die Firmware schnell an neue Merkmale feindlicher Drohnen anzupassen, ohne die Hardware austauschen zu muessen.
Abdeckung des Frequenzbereichs neuer "Molnia"-Drohnen
Besonderes Augenmerk wurde bei der Entwicklung auf den Bereich von 4,1 bis 4,5 GHz gelegt, auf den im Juni 2026 russische "Molnia"-Angriffsdrohnen umgestellt wurden. Die vollstaendige Abdeckung dieses Intervalls macht den D-Vision SDR zu einem der wenigen passiven Sensoren, die Videosignale der neuesten Modifikationen von Angriffsdrohnen abfangen koennen. Da analoge Drohnen Videos unverschluesst uebertragen, erhaelt der Operator die Moeglichkeit, Angriffsflugbahn und -ziel im Voraus zu sehen, was fuer die Organisation fruehzeitiger Gegenmassnahmen von entscheidender Bedeutung ist.
Rekordverdaechtige Leichtigkeit im Segment passiver Drohnensensoren
Auf dem Markt fuer passive Drohnensensoren zeichnet sich der D-Vision SDR durch ein rekordverdaechtig geringes Gewicht aus: 290 Gramm — halb so viel wie konkurrierende ukrainische Pendants. Dies ermoeglicht es, den Empfaenger auf Ebene einer Infanterieeinheit oder eines einzelnen Flugabwehroperators einzusetzen, ohne zusaetzliche logistische Lasten zu erzeugen. Das Geraet ist mit zwei Antennenanschlueszen ausgestattet und fuer den Feldeinsatz ausgelegt.
Der Uebergang zu Digitaltechnik und Glasfaser: Die groesste Herausforderung
Experten warnen jedoch: Die russische Seite plant langfristig die vollstaendige Umstellung auf digitale Videostreams und kabelgebundene Glasfaser-Steuerungssysteme, mit denen aktuelle Taschendetektoren und stationaere Stationen bisher noch nicht umgehen koennen. Die ukrainische MilTech-Branche plant bereits Aufruestungsmoeglichkeiten in neue Geraete ein, um die Effektivitaet der passiven Erkennung angesichts der evolutionaeren Taktiken des Gegners beim Drohneneinsatz zu wahren.