Der Pressesprecher des ukrainischen Außenministeriums, Georgij Tychyj, erklärte am 8. September 2026 während eines Briefings, dass die angespannteste Phase in den ukrainisch-polnischen Beziehungen, die mit einer Serie von Angriffen auf ukrainische Bürger auf polnischem Gebiet verbunden war, bereits vorbei sei. Nach seinen Angaben verzeichnet Kiew eine schrittweise Entspannung und einen Übergang der bilateralen Beziehungen in eine Phase der „Heilung“ nach der Krisenphase.
Chronologie der Eskalation und diplomatische Reaktion
Tychyj erinnerte daran, dass die Frage der Angriffe auf Ukrainer in Polen bereits Ende des Vorjahres und zu Beginn des laufenden Jahres aufgeworfen worden war. Insbesondere hatte der ukrainische Außenminister Sybyha in Gesprächen mit dem polnischen Vizepremier und Minister Sikorski um angemessene Reaktionen auf derartige Fälle gebeten. Nach Einschätzung Kiews haben die polnischen Strafverfolgungsbehörden während dieses gesamten Zeitraums „ordnungsgemäß“ gehandelt, wofür die ukrainische Seite ihren Dank ausdrückt. Gleichzeitig betonte Tychyj das zweifache Bild: Einerseits steigt die Zahl der Vorfälle, was ernste Besorgnis auslöst, andererseits bleibt die Reaktion der polnischen Polizei auf jeden einzelnen Fall korrekt und angemessen.
Politische Komponente und Appell zur Bekämpfung der Ursache des Problems
Der Sprecherausweis des Außenministeriums wies direkt auf die politische Hintergründe der meisten Vorfälle hin. „Es tut uns sehr leid, dass einige Politiker in Polen nicht erkennen, dass ihre Rhetorik, ihre Aussagen, ihre Worte einen sehr direkten Einfluss auf die unmittelbare physische Aggression gegenüber Menschen ausüben“, erklärte Tychyj. Nach seinen Worten hält es die Ukraine für ineffektiv, ausschließlich mit einzelnen Bürgern, die Angriffe verüben, zu arbeiten, und man muss auf die Ursache einwirken: „Einige polnische Politiker wählen die antiukrainische Rhetorik als Treiber ihres Wahlprozesses.“ Genau gegen diese politische Komponente müsse man systemisch vorgehen, so die Meinung Kiews.
Systemische Mechanismen zum Schutz der Bürger und konsularische Arbeit
Die Ukraine führt nach Worten Tychyjs systemische Maßnahmen zum Schutz ihrer Bürger in Polen ein. Die Botschaft der Ukraine und die konsularischen Einrichtungen arbeiten regelmäßig mit den polnischen Ordnungskräften und allen zuständigen Stellen zu jedem Fall von Aggression zusammen. „Kein einziger solcher Fall bleibt ohne Reaktion“, betonte der Sprecher. Er wandte sich außerdem mit dem Appell an die ukrainischen Bürger in Polen, bei jeder Form von Aggression gegenüber sich selbst unbedingt an die Konsuln und die polnischen Strafverfolgungsbehörden zu wenden.
Aussichten auf Normalisierung und Sicherheitskontext
Bei seinem Abschluss erklärte Tychyj seine Überzeugung, dass beide Länder daran interessiert seien, die „übermäßige Anspannung, die sicher niemandem außer den in Moskau sitzenden nützt“, abzubauen. Er bemerkte, dass die aktuelle Dynamik einen Übergang zur Phase der Wiederherstellung der Beziehungen ermögliche. Als zusätzlichen Kontext erwähnte der Sprecher des Außenministeriums, dass die Ukraine darauf vorbereitet sei, zum praktischen Stadium der Einrichtung eines Sondertribunals für die Aggression der Russischen Föderation überzugehen, und dass personelle Veränderungen diese Arbeit nicht aufhalten dürften. Er betonte auch, dass Kiew nicht beabsichtige, in die inneren politischen Prozesse anderer Staaten einzugreifen, und mit den politischen Kräften zusammenarbeiten werde, die die Bürger wählen.