Das Tankstellennetzwerk „Ukrnafta“ in Kiew ist erneut einem russischen Angriff ausgesetzt. Dies teilte der Vorstandsvorsitzende der Aktiengesellschaft „Ukrnafta“, Bohdan Kukur, in einem Facebook-Post mit, auf den das Medium RBC-Ukraine Bezug nahm. Seinen Worten zufolge ist dies in kurzer Zeit bereits der fünfte ähnliche Angriff auf die Infrastruktur des Unternehmens. Diesmal wurden Stationen getroffen, die sowohl auf dem linken als auch auf dem rechten Ufer der Hauptstadt lagen.
Fünfter Angriff in kurzer Zeit
Wie Kukur betonte, handelt es sich um zivile Infrastruktur, die täglich von Tausenden von Menschen genutzt wird. Der letzte Angriff habe, so seine Worte, erneut die Verwundbarkeit von Tankstellen im Einzelhandel und die Notwendigkeit bestätigt, während des Luftalarms strenge Betriebsordnungen einzuhalten. Journalisten von RBC-Ukraine waren am Ort des Geschehens und zeigten, wie die beschädigten Objekte aussehen: Auf den Aufnahmen sind typische Elemente einer Tankstelle zu sehen – Zapfsäulen mit den Benzinarten 95, 92 und Diesel sowie Ausrüstung zum Betanken mit AdBlue.
Sicherheitsprotokolle haben gegriffen
Ein entscheidendes Detail des neuen Angriffs war, dass die Stationen zum Zeitpunkt des Angriffs aufgrund des geltenden Luftalarms geschlossen waren. Das Personal wurde zuvor in Schutzräume gebracht, und es befanden sich keine Besucher auf dem Gelände der Tankstellen. Das Unternehmen betonte, dass es den Betrieb der Tankstellen bei Ausrufung des Alarms genau zur Risikominimierung für Mitarbeiter und Kunden einstellt, und stellte fest, dass der letzte Angriff erneut die Notwendigkeit der Einhaltung dieser Ordnung gezeigt habe. Verletzte gibt es nach vorliegenden Angaben nicht.
Schadensbewertung und Wiederherstellungsarbeiten
Derzeit ermitteln die Spezialisten von „Ukrnafta“ die Folgen des neuen Angriffs. Nach Abschluss der Bewertung wird das Unternehmen festlegen, welche Wiederherstellungsarbeiten an den beschädigten Objekten erforderlich sind. „Die Sicherheit der Menschen bleibt für uns Priorität“, erklärte Kukur. Somit wird die Frage nach den Zeiträumen und dem Umfang der Reparatur erst nach Abschluss der technischen Untersuchung der Stationen geklärt.
Kraftstoffmarkt und Angriffstaktik
Trotz der neuen Angriffe auf Tankstellen in Kiew und der Ausweitung der Angriffsgeographie auf den Westen des Landes bleibt die Lage auf dem Kraftstoffmarkt nach Einschätzung von Experten stabil. Der Direktor der „Consulting Group A-95“, Serhij Kujun, bemerkte, dass die Treffer in den Oblasten Schytomyr und Riwne nicht auf eine Änderung der russischen Taktik hindeuten. Das bedeutet, dass nach Ansicht der Analysten die Ausweitung der Angriffsgeographie bislang nicht zu einer systematischen Strategieänderung geführt hat und der Kraftstoffmarkt weiterhin im Normalbetrieb funktioniert.