Die Assoziation der ukrainischen Häfen „Ukrport“ hat die im öffentlichen Raum kursierenden Angaben über die Existenz korrupter „Abgaben“ für Schiffsmessungen und Schiffseinfahrten in den ukrainischen Donauhäfen entschieden dementiert. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf eine offizielle Erklärung der Assoziation, die staatliche und private Häfen, Hafenbetreiber und andere Unternehmen der maritimen Branche vereint. Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund eines vielbeachteten Konflikts um den Leiter des Staatlichen Dienstes für Seeverkehr und Binnenschifffahrt der Ukraine, Serhij Hurskyj, den Branchenstrukturen öffentlich unterstützten.

Dementi der „Schattenabgaben“

Bei „Ukrport“ wurde die breit diskutierte Version über angeblich auf der Donau bestehende „Abgaben“ in Höhe von 30.000 bis 50.000 US-Dollar pro Schiff gesondert kommentiert. In der Assoziation wurde darauf hingewiesen, dass in den öffentlichen Meldungen nicht präzisiert wird, um welche Zahlungen, Dienstleistungen oder Handlungen es sich handelt und auf welcher Faktenlage solche Behauptungen beruhen. „Stand heute verfügt die Assoziation über keine bestätigten Informationen über das Bestehen der genannten Zahlungen und hat auch keine entsprechenden Anfragen ihrer Mitglieder erhalten, die in der aktuellen Lage mit den Schiffseinfahrten in die Häfen der Ukraine in erster Linie an deren Erhöhung interessiert sind“, betonte die Organisation. Dort wurde zudem darauf hingewiesen, dass die Organisation der Einfahrt eines Schiffs in einen bestimmten Hafen, die Festlegung der Reihenfolge seiner Abwicklung und die Durchführung von Ladegängen nicht zu den Befugnissen der Verwaltung für Schifffahrt gehören; daher sei die Verknüpfung dieser Prozesse mit deren Leiter aus Sicht der Assoziation unbegründet.

Unterstützung durch die Branche und den Gewerkschaftsverband

„Ukrport“ trat für Serhij Hurskyj ein, den die Assoziation als „hochprofessionellen Spezialisten für Seewesen“ bezeichnet, und erklärte ihre Unterstützung bei der „Verteidigung seines beruflichen, gesellschaftlichen und persönlichen Rufes und seiner Ehre“. Dabei betonte die Organisation, dass die negative Lage um den Leiter der Verwaltung für Schifffahrt „nicht die Position der gesamten Branche“ widerspiegele und alle veröffentlichten Behauptungen über seine berufliche Tätigkeit von den zuständigen Behörden im gesetzlich vorgesehenen Verfahren objektiv und unparteiisch geprüft werden müssten, wobei die Schlussfolgerungen ausschließlich auf angemessenen Fakten beruhen sollten. Aussagen über das Privatleben des Leiters ließ „Ukrport“ „dem Gewissen der Antragsteller“ überlassen. Für Hurskyj eintrat auch der Gewerkschaftsverband der Arbeiter des Seeverkehrs der Ukraine, der sein Unverständnis gegenüber der Praxis öffentlicher Vorwürfe ohne vorgelegte Fakten und Beweisse ausdrückte; in der Gewerkschaft wurde angemerkt, dass man in den letzten Monaten „ein Streben der Verwaltung für Schifffahrt nach Veränderungen und größerer Transparenz im Bereich der Zulassung und Betreuung von Seeleuten“ beobachte.

Quellen der Vorwürfe und disziplinarisches Verfahren

Die Vorwürfe gegen Serhij Hurskyj wurden öffentlich von der Volksdeputierten Anna Skoroschod geäußert, die in einem Korruptionsfall wegen des Versuchs des „Verkaufs“ von Sanktionen des NSRB eine Rolle spielt. In den sozialen Medien sprach sie über eine angebliche Steigerung der „Schattenabgabe“ für einen Platz in der Warteschlange zur Schiffeinfahrt auf der Donau, über die Erhöhung der Kosten für Seeleutestandzertifikate sowie über eine mögliche Nutzung von dienstlichen Dienstreisen zu privaten Zwecken. Nach diesen Aussagen leitete das Kabinett der Minister der Ukraine ein disziplinarisches Verfahren gegen Hurskyj ein und entzog ihm vorübergehend die Ausübung seiner Pflichten. Hurskyj selbst erklärte seine Bereitschaft, einer Überprüfung zu unterziehen, und bat selbst um die vorübergehende Absetzung während der Ermittlung, wobei er betonte, dass er „nichts zu verbergen“ habe. Die Ergebnisse des disziplinarischen Verfahrens muss die Kommission für den oberen Staatsdienstkörper bis zum 23. Oktober 2026 vorlegen.

Widersprüchliche Angaben

Im öffentlichen Raum existieren zwei nicht übereinstimmende Versionen. Einerseits behauptet die Volksdeputierte Anna Skoroschod das Bestehen einer „Schattenabgabe“ für Schiffseinfahrten auf der Donau, eine Erhöhung der Kosten für Seeleutestandzertifikate und die Nutzung von Dienstreisen zu persönlichen Zwecken. Andererseits dementiert „Ukrport“ entschieden das Bestehen von „Abgaben“ in Höhe von 30.000 bis 50.000 US-Dollar pro Schiff und erklärt, über keine bestätigten Informationen und keine Anfragen der Mitglieder der Assoziation zu verfügen, sowie darauf hinweist, dass Fragen der Organisation der Einfahrt und Abwicklung von Schiffen nicht zu den Befugnissen der Verwaltung für Schifffahrt gehören. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels wurde keine der Versionen von den zuständigen Behörden bestätigt: Die Überprüfung wird im Rahmen des disziplinarischen Verfahrens durchgeführt, dessen Ergebnisse bis zum 23. Oktober 2026 erwartet werden. Somit bleibt die Divergenz in den Bewertungen offen und wird ausschließlich nach Abschluss der offiziellen Überprüfung geklärt werden.