Kräfte des Feindes haben zweimal das Postamt der „Ukrposchta' sowie den Standort des Fahrzeugs der mobilen Poststellen in der Stadt Meny in der Oblast Tschernihiw angegriffen. Dies teilte der Generaldirektor der „Ukrposchta', Igor Smelianskyj, am 25. August in einer öffentlichen Ansprache mit, auf die das Medium RBC-Ukraine Bezug nahm. Laut dem Leiter des Unternehmens ist vom Gebäude der Poststelle nach dem doppelten Treffer „kaum noch etwas übrig'.

Art der Schäden und Maßnahmen vor Ort

Smelianskyj merkte an, dass er es nicht gerne tut, solche Nachrichten zu veröffentlichen, „aber es gibt, was es gibt'. Laut seinen Angaben wurde das Gebäude der Poststelle zweimal getroffen – zuerst erfolgte der erste Treffer, dann griff der Feind erneut an. Am Ort des Geschehens arbeiten derzeit Mitarbeiter des Staatsdienstes für Notfälle (DSNS) sowie das regionale Team der „Ukrposchta', die die Folgen des Angriffs beseitigen. Das Unternehmen arbeitet bereits an einem Plan für die vorübergehende Unterbringung der Mitarbeiter und die schnelle Eröffnung der Poststelle an einem neuen Standort.

Kompensation für Kunden und keine Verletzten

Die „Ukrposchta' erklärte, dass alle durch den Angriff beschädigten oder verlorenen Pakete den Kunden erstattet werden. Dabei betonte Smelianskyj, dass die Poststelle früher als geplant geschlossen wurde, weshalb weder Mitarbeiter noch Kunden zu Schaden kamen. Jetzt beginnt das Unternehmen mit der Reparatur und Wiederherstellung des Gebäudes.

Kontext: systematische Angriffe auf die Postinfrastruktur

Der Angriff auf Meny war kein Einzelfall. Bereits am 16. August griff der Feind eine Poststelle in Kramatorsk an – damals traf ein Drohne direkt das Gebäude, und nach vorläufigen Angaben wurde mindestens eine Person getötet, sechs weitere wurden verletzt. Damit wurde die Postinfrastruktur der Ukraine in der letzten Woche in verschiedenen Regionen mindestens zweimal schwer getroffen.

Auswirkungen auf die Logistik und die Lieferzeiten

Der konkurrierende Lieferdienst „Nowa Poschtscha' hatte Ende Juli und im August mehrfach Kunden vor möglichen Verzögerungen bei der Zustellung gewarnt, da Sortierzentren durch russische Beschuss beschädigt wurden. Aufgrund der Beschädigung der zentralen Sortierzentren und der Notwendigkeit, die Logistikprozesse neu einzustellen, sind zusätzliche Verzögerungen bei der Zustellung von Paketen im ganzen Land möglich. Der Angriff auf Meny dürfte die ohnehin angespannte Lage bei den Post- und Logistikdiensten in der Oblast Tschernihiw weiter verschärfen.