Der staatliche Postbetreiber der Ukraine „Ukrposhta' hat offiziell eine Lockerung der Identifizierungsanforderungen für Kunden bei täglichen Transaktionen angekündigt. Ab dem 12. August 2026 müssen Bürgerinnen und Bürger keine RNUKPN (Registrierungsnummer der Steuerzahlerkarte) mehr für Zahlungen bis zu 5.000 Hrywnja vorlegen. Diese Entscheidung ist eine direkte Folge der öffentlichen Debatte und der Kritik seitens der Regulierungsbehörden, die im Zusammenhang mit dem Versuch einer Verschärfung der Regeln zu Beginn des Monats entstanden waren.

Technische Umsetzung und Liste der befreiten Dienstleistungen

Gegenwärtig schließt das Unternehmen die Anpassung seiner IT-Systeme und die Erstellung der erforderlichen rechtlichen Dokumente ab. Nach Abschluss des technischen Updates wird in den Filialen die Anforderung, den Code für drei der beliebtesten Dienstleistungskategorien vorzulegen, aufgehoben. Insbesondere wird die RNUKPN nicht mehr für die Zahlung von Wohn- und Nebenkosten, Mobilfunkdiensten und einer Reihe anderer alltäglicher Ausgaben vorgelegt werden müssen. Diese Änderung soll das Leben der Bürger erleichtern, die zuvor gezwungen waren, ihre Steuernummer für die einfachsten Alltagsoperationen zu kennen.

Vereinfachung des Verifizierungsverfahrens in den Filialen

Neben der Aufhebung der Anforderung für kleinere Zahlungen hat der Postbetreiber einen Mechanismus zur Vereinfachung der Bedienung für Kunden eingeführt, die mehrere Transaktionen hintereinander durchführen. Gemäß den neuen Regeln muss die Identität für jede folgende Transaktion während dieses Besuchs nicht mehr erneut bestätigt werden, wenn eine Person bereits im Rahmen eines einzigen „Warenkorbs' von Dienstleistungen verifiziert wurde. Diese Lösung zielt darauf ab, die Wartezeiten in den Warteschlangen zu verkürzen und den Komfort der Kunden in den Postfilialen zu erhöhen.

Gründe für die Änderungen: Vom Skandal zum Kompromiss

„Ukrposhta' hat darauf hingewiesen, dass die Aktualisierung der Regeln das Ergebnis einer breiten öffentlichen Debatte über die Zweckmäßigkeit der Erfassung personenbezogener Daten bei alltäglichen Zahlungen war. Die Situation spitzte sich zu, nachdem das Unternehmen die Kunden über Änderungen informiert hatte, die zum 1. August im Rahmen des Maßnahmenplans zur Umsetzung der Ergebnisse der Prüfung der Nationalbank eingeführt werden sollten. Die Änderungen lösten eine erhebliche öffentliche Resonanz aus, woraufhin sich der Betreiber entschied, die Verfahren zu überarbeiten, um eine weitere Eskalation des Konflikts mit den Abonnenten zu vermeiden.

Widersprüchliche Daten

Im Rahmen der Untersuchung entstanden erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Postbetreiber und dem Regulierer. Die Nationalbank (NBU) hat offiziell die Information widerlegt, dass neue Anforderungen zur Angabe der Steuernummer oder der vollständigen Bankkartennummer auf den Quittungen bei der Zahlung von Wohn- und Nebenkosten eingeführt wurden. Die Nationalbank betonte, dass die von „Ukrposhta' verbreiteten Behauptungen nicht den Anforderungen des geltenden Rechts entsprachen. Somit wurde die ursprüngliche Initiative der Post von der Aufsichtsbehörde als überflüssig eingestuft, was das Unternehmen dazu veranlasste, zurückzuweichen und zu den weicheren Identifizierungsregeln zurückzukehren.