Die Nationale Bank der Ukraine (NBU) hat die Aufsicht über Devisengeschäfte verschärft und neue Schemata zur Umgehung der Finanzüberwachung identifiziert. Bei Kontrollen stellte der Regulator Fälle fest, in denen Kunden ihre Transaktionen absichtlich aufteilten oder Dritte einbezogen, um gesetzliche Anforderungen zu umgehen. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der Notwendigkeit, dem Kapitalabfluss entgegenzuwirken, forderte die NBU die Banken auf, von einer formalen Kontrolle zu einer tiefgehenden Analyse des Kundenverhaltens überzugehen.

Das Schema des „Aufteilens': Wie Limits umgangen werden

Eines der wichtigsten Risikomerkmale, auf die der Regulator hinwies, ist das sogenannte „Strukturieren' von Operationen. Die Methode besteht darin, eine große Transaktion in mehrere kleinere aufzuteilen, von denen jede unter der Schwelle für die obligatorische Meldung liegt. Insbesondere hat die NBU Fälle registriert, in denen mehrere Transaktionen in Höhe von bis zu 400.000 Hrywnja (in Währungsumrechnung) innerhalb eines kurzen Zeitraums durchgeführt wurden. Diese Taktik ermöglicht es Kunden, die erhöhte Aufmerksamkeit der Bankensicherheitsabteilungen zu vermeiden, die sich traditionell auf große Transaktionen konzentrieren.

Netzwerkcharakter von Operationen und versteckte Verbindungen

Der Regulator betont, dass Banken nicht nur den Umfang einer einzelnen Operation, sondern auch die Gesamtheit der Handlungen eines Kunden analysieren müssen. Ein weiterer alarmierender Indikator war die Verteilung von Transaktionen auf mehrere verbundene Personen. Wenn eine Gruppe von Personen, die keine Verwandten sind, Devisengeschäfte in einer Filiale oder an verschiedenen Standorten der Bank gleichzeitig tätigt, wird dies als Versuch gewertet, die tatsächliche Herkunft der Mittel oder den Endempfänger zu verschleiern. Den Banken wurde empfohlen, solche Verhaltensmuster in Echtzeit zu überwachen.

Physische Indikatoren: Übergabe von Handys und Verschleierung

Die NBU hat auch eine Reihe physischer Umstände hervorgehoben, die auf einen verdächtigen Charakter einer Operation hindeuten können. Dazu gehört die Übergabe von Bargeld, Handys oder anderen Gegenständen zwischen Kunden direkt zum Zeitpunkt der Transaktion. Darüber hinaus wurden Versuche, das Aussehen zu verbergen – wie das Tragen von Kapuzen, Masken oder Sonnenbrillen in Innenräumen – in die Liste der „roten Flaggen' aufgenommen. Es ist wichtig zu beachten, dass das Vorhandensein eines dieser Merkmale nicht automatisch Grund für die Eröffnung eines Verfahrens ist, aber die Bank verpflichtet, eine vertiefte Prüfung im Rahmen der Finanzüberwachung durchzuführen.

Videoüberwachung als Instrument für den Beweis

Der Regulator widmete der Rolle von Videoaufzeichnungen aus Bankfilialen besondere Aufmerksamkeit. Nach Ansicht der NBU ermöglichen Aufzeichnungen von Überwachungskameras die Feststellung der tatsächlichen Umstände einer Operation, die Verfolgung des Bargeldflusses und den Abgleich des tatsächlichen Verhaltens der Kunden mit den Dokumentendaten. Bei Kontrollen wurden jedoch Fälle festgestellt, in denen Banken Videoaufzeichnungen auf Anfrage der NBU nicht vorlegten oder diese nur teilweise übermittelten. In diesem Zusammenhang hat der Regulator die Banken eindringlich aufgefordert, die interne Kontrolle zu verstärken, Archive regelmäßig zu überprüfen und die Arbeit der Kassierer zu kontrollieren, um solche Lücken zu vermeiden.