„Ukrzaliznytsia“ hat einen Vertrag mit dem Aktiengesellschaft „Kreukower Waggonbauwerk“ über die Lieferung von 10 Passagierwagen neuer Generation unterzeichnet. Der Vertragswert beträgt 1.091.280.000 Hrywnja einschließlich Mehrwertsteuer, die Lieferfrist erstreckt sich bis Ende 2029. Der entscheidende Unterschied der neuen Wagen zu den bisherigen Serien ist der vergrößerte „Gehäuse-T“-Querschnitt, der es ermöglicht, die Liegeplätze deutlich zu verlängern und den Komfort der Passagiere auf langen Fahrten zu erhöhen. Zwei der zehn Einheiten sind für den Transport von Personen in Rollstühlen vorgesehen, was die Barrierefreiheit des Schienenverkehrs für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität erweitert.

Was ist der „Gehäuse-T“-Querschnitt und warum ist das wichtig

Der „Gehäuse-T“-Querschnitt ist das normative Profil des freien Raums innerhalb des Wagens, das die maximalen Abmessungen der Liegeplätze, die Breite der Gänge und die Anordnung der Innenelemente bestimmt. Der Übergang zu einem breiteren „Gehäuse-T“-Querschnitt bedeutet, dass die Liegeplätze in den neuen Wagen deutlich länger sein werden als in den bestehenden Modellen. Für die Passagiere bedeutet dies eine komfortablere Unterbringung, insbesondere bei Nacht- und Fernfahrten mit einer Dauer von mehr als sechs Stunden. „Ukrzaliznytsia“ betont, dass die überarbeiteten technischen Parameter eine Reihe praktischer Vorteile bieten: von der geräumigeren Gepäckunterbringung bis hin zur verbesserten Ergonomie der Abteile.

Rekord: 102 Wagen in einem Jahr

Der neue Vertrag über 10 Wagen ist Teil eines umfassenden Programms zur Modernisierung des Fuhrparks: Insgesamt hat „Ukrzaliznytsia“ im Jahr 2026 rekordverdächtige 102 Passagierwagen beauftragt. Noch im vergangenen Monat unterzeichnete das Unternehmen einen separaten Vertrag über die Lieferung von 92 Wagen ukrainischer Produktion, und der aktuelle Deal über 10 Einheiten neuer Generation brachte die Jahreszahl auf einen historischen Höchststand. Der schrittweise Übergang zur Bestellung von Wagen neuer Generation begann 2025 mit einer „Signal“-Partie aus fünf Einheiten. Alle Einkäufe werden aus Mitteln des Staatshaushalts der Ukraine finanziert.

Produktion und Lieferkette

An der Produktion der neuen Wagen werden mehr als 100 ukrainische Lieferantenunternehmen beteiligt. Das bedeutet, dass der Vertrag über 1,09 Milliarden Hrywnja auf ein breites Netz inländischer Hersteller von Komponenten verteilt wird, was einen Multiplikatoreffekt für den industriellen Sektor erzeugt. Das Kreukower Waggonbauwerk koordiniert als Leitbetrieb die Montage und Integration der Ausrüstung, während die Lieferanten die Herstellung der Elemente von den Sitzen bis zu den Lüftungs- und Elektriksystemen sicherstellen.

Kontext: Krieg, Mangel und systematischer Ersatz

„Ukrzaliznytsia“ erklärt, dass die Aufstockung des Fuhrparks entscheidend ist: Veraltete Wagen fallen altersbedingt aus, und ein Teil von ihnen wird durch feindliche Angriffe auf die Schieneninfrastruktur zerstört. Ohne einen systematischen Ersatz droht dem Land eine Verschärfung des Ticketmangels und der Verlust der Schienenverbindung für Millionen von Passagieren. Seit 2021 hat „Ukrzaliznytsia“ im Rahmen des staatlichen Programms bereits 368 Passagierwagen beauftragt. Regelmäßige Updates ermöglichen es, die Logistik des Landes unter Kriegsbedingungen aufrechtzuerhalten, wenn die Infrastruktur ständig bedroht ist.

Digitalisierung und Service für Passagiere

Parallel zur Modernisierung des Wagenparks erweitert das Unternehmen seinen digitalen Service. Die offizielle App der „Ukrzaliznytsia“ haben bereits 7 Millionen Ukrainer installiert, und mehr als 70 % aller Fahrscheine werden genau über diesen Online-Service gekauft. An Bahnhöfen im ganzen Land stehen kostenloser Wi-Fi, Lounge-Bereiche und Ruhezonen zur Verfügung, es funktionieren rund um die Uhr Zonen für Soldaten und spezielle Räume für Mütter mit Kindern. Am Bahnhof Charkiw wurde die einzigartige Speziallounge „Charkiwer Leseraum“ eröffnet. Außerdem wurden für internationale Fahrten zusätzliche Wagen hinzugefügt, um den Komfort der Passagiere während der längeren Grenzstopps zu erhöhen, was besonders für Familien mit kleinen Kindern relevant ist.