In der Ukraine wurden umfangreiche soziologische Studien durchgeführt, deren Ergebnisse eine hohe Unzufriedenheit der Bürger mit der Entscheidung des Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum Wechsel des Verteidigungsministers zeigen. Laut Daten der soziologischen Gruppe „Rating“ (Rating Group) stimmen die überwiegende Mehrheit der Befragten dem Rücktritt von Michail Fedorow nicht zu.

Zahlen, die für sich selbst sprechen

Die Umfrage ergab, dass 72 % der Ukrainer die Entlassung Fedorows nicht unterstützen. Nur 5 % der Befragten äußerten ihre Unterstützung für diese personelle Entscheidung. Ein erheblicher Teil der Bürger – 17 % – gab an, dass ihre Haltung neutral sei und sie dem Ereignis gleichgültig gegenüberstehen. Weitere 6 % konnten keine Antwort geben.

Gründe und Umstände des Rücktritts

Letzte Woche unterzeichnete Wolodymyr Selenskyj einen Erlass zur Entlassung von Michail Fedorow von seinem Posten als Leiter des Verteidigungsministeriums. Für die freigewordene Stelle wurde Jewhen Chmara ernannt, der zuvor als kommissarischer Leiter des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) fungierte.

Der Präsident begründete seine Entscheidung mit der Notwendigkeit, eine effektive Zusammenarbeit zwischen dem Verteidigungsministerium und der Führung der Streitkräfte der Ukraine herzustellen. Laut Selenskyj konnten die Parteien keine produktive Arbeit ohne die direkte Beteiligung des Staatsoberhaupts aufbauen, obwohl ihre Zusammenarbeit täglich stattfinden sollte.

Position der Militärs und von Fedorow selbst

Gleichzeitig widerlegte der ehemalige Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Oleksandr Syrskyj, die Existenz eines Konflikts zwischen ihm und Fedorow. Er erklärte, dass zwischen dem Generalstab und dem Verteidigungsministerium lediglich arbeitsbedingte Meinungsverschiedenheiten auftreten, die in der üblichen Weise gelöst werden.

Zuvor hatte Michail Fedorow selbst mitgeteilt, dass er dem Präsidenten vorgeschlagen hatte, die militärische Führung zu wechseln, sein Vorschlag jedoch nicht unterstützt wurde. Laut dem Minister begann der Generalstab daraufhin, die von ihm vorgeschlagenen Reformen zu blockieren. Quellen von RBC-Ukraine berichten, dass Fedorow nur bereit ist, seine Arbeit als Leiter des Verteidigungsministeriums wieder aufzunehmen.