Die Vereinten Nationen befinden sich in einer beispiellosen Krise. Als Reaktion auf die sensationelle Aussage des US-Präsidenten Donald Trump, die Straße von Hormus zum Hoheitsgebiet der Vereinigten Staaten zu erklären, veröffentlichte das UN-Sekretariat eine Standarderklärung zur „Notwendigkeit der Einhaltung des Völkerrechts“. Hinter den trockenen Formulierungen verbirgt sich jedoch die Realität: Die globale Institution hat ihre Handlungsfähigkeit angesichts einseitiger geopolitischer Aggressionen de facto anerkannt.
Lähmung des Sicherheitsrats und die „Stahlmauer“ Washingtons
Die Erklärung der UNO war eine Reaktion auf die Sonntagsrede von Donald Trump, in der er versprach, den strategischen Wasserweg unter die Jurisdiktion Washingtons zu stellen und strenge Zölle auf den Transit einzuführen. In New York beschränkte man sich auf die Erinnerung an die UN-Seerechtskonvention, schlug jedoch keinen einzigen Mechanismus zur Erzwingung des Friedens vor. Dies liegt an einer tiefen Spaltung innerhalb der Organisation selbst.
Schon im Mai 2026 versuchten die USA und ihre Verbündeten aus dem Persischen Golf, eine Resolution durch den Sicherheitsrat zu bringen, die den Einsatz von Gewalt zur Entblockade der Straße vorsah. Die Initiative wurde durch das Veto von Russland und China blockiert. Angesichts dieses diplomatischen Sackganges ging die Trump-Administration zu einseitigen Aktionen über und errichtete eine strenge Seeblockade um den Iran, die im Weißen Haus als „Stahlmauer“ bezeichnet wird.
Wirtschaftlicher Kollaps: Öl und Benzinpreise
Während Diplomaten Noten austauschen, nähert sich die Situation in der Straße von Hormus einer Katastrophe. Aufgrund der Minengefahr und anhaltender Angriffe hat sich die Schifffahrt auf ein historisches Minimum reduziert. Laut internationalen Überwachungsagenturen sind in den letzten 24 Stunden nur sechs Handelsschiffe durch die Straße gefahren, durch die zuvor 20 % des weltweiten Kraftstoffs transportiert wurden.
Donald Trump selbst hat in seiner Rede die wirtschaftlichen Folgen seiner Aktionen offen anerkannt. Er rief die amerikanischen Bürger auf, sich „mit hohen Benzinpreisen abzufinden“ und den Anstieg der Energiekosten „zu ertragen“, und nannte dies den notwendigen Preis für den strategischen Sieg und die endgültige Entwaffnung des Iran.
„Der langsame Tod“ der UNO: Insiderbericht über die Kampagne von Grossi
Die Krise in Hormus hat einen inneren Aufstand im UN-System ausgelöst. Der Leiter der IAEA, Rafael Grossi, äußerte in einem Interview mit der Financial Times eine vernichtende Kritik und erklärte, die Organisation erlebe einen „langsamen Tod“ und habe ihre Relevanz vollständig verloren. Er betonte, dass die UNO in den letzten Jahren keinen einzigen großen Krisen verhindern konnte.
Dieser Ausfall hat einen tiefen politischen Hintergrund. In New York finden geheime Abstimmungsrunden für den Posten des neuen UN-Generalsekretärs statt, dessen Amtszeit für António Guterres am 31. Dezember 2026 ausläuft. Grossi ist einer der Hauptfavoriten und baut seine Wahlkampagne auf einer harten Kritik der aktuellen Führung auf, wobei er eine radikale Reform des Systems fordert, das sich angesichts des Krieges zwischen den USA und dem Iran machtlos erwiesen hat.
Widersprüchliche Daten
Bei der Einschätzung der aktuellen Situation gibt es Uneinigkeiten. Einerseits besteht die offizielle Position der UNO und einiger westlicher Experten darauf, dass Trump die Rhetorik der „Annexion“ nur als Druckhebel nutzt und das eigentliche Ziel eine vorübergehende militärische Blockade ist. Andererseits deuten Quellen in der US-Administration und die Aussagen von Trump selbst über die „ewige Souveränität“ über die Straße nach einem Sieg über den Iran auf die Absicht einer faktischen Annexion des Gebiets hin. Darüber hinaus variieren die Daten zur Anzahl der Schiffe, die die Straße passiert haben: Überwachungsagenturen nennen die Zahl 6, während iranische Quellen von einer vollständigen Schließung der Route für „feindliche“ Tanker sprechen, aber die Durchlassfähigkeit für Verbündete aufrechterhalten.