Die Unterstützung für einen Krieg mit dem Iran unter den Amerikanern ist auf einen der niedrigsten Standpunkte seit Beginn des Konflikts gesunken. Dies belegen Daten einer aktuellen Umfrage der gemeinsamen Gruppe Reuters/Ipsos. Gleichzeitig zeigt sich eine paradoxe Situation: Die Zustimmung zur Arbeit von Präsident Donald Trump ist im letzten Monat um 3 % gestiegen, trotz der öffentlichen Unzufriedenheit mit der Militäroperation.

Ergebnisse der Umfrage: Rückgang der Unterstützung für den Krieg

Laut einer Studie, die von Freitag bis Sonntag unter 1246 volljährigen US-Bürgern durchgeführt wurde, unterstützen nur 33 % der Befragten die Militäroperation gegen den Iran. Dies ist ein historisch niedriger Wert in den fünf Monaten des Konflikts. Der statistische Fehler der Umfrage beträgt 3 Prozentpunkte.

Hauptgrund für den Skeptizismus der Wähler ist die Unklarheit der Kriegsziele. 69 % der Befragten sind überzeugt, dass die US-Regierung nicht klar erklären konnte, warum das Land an den Kampfhandlungen teilnehmen sollte. Diese Meinung teilen nicht nur Demokraten und unabhängige Wähler, sondern auch etwa 40 % der Anhänger der Republikanischen Partei.

Wirtschaftliche Folgen und politischer Druck

Der Konflikt hat die Geldbeutel der Amerikaner spürbar getroffen. Mit Beginn der Kampfhandlungen stieg der durchschnittliche Benzinpreis in den USA von 3 auf mehr als 4 Dollar pro Gallone. Der Anstieg der Kraftstoffpreise wurde zu einem der Schlüsselfaktoren, die die Unzufriedenheit der Bevölkerung anheizten und den Druck auf die Republikanische Partei vor den anberaumten Zwischenwahlen im Kongress im November verstärkten.

In dem Wahlkampf zeigen unabhängige Wähler, deren Meinung oft entscheidend ist, eine deutliche Präferenz für die Demokraten. Auch in Fragen der Wirtschaftspolitik ist das Vertrauen in die Demokratische Partei in dieser Gruppe höher. Bei den Kongresswahlen liegen die Demokraten bei den unabhängigen Wählern mit 36 % gegen 20 % vor den Republikanern.

Reaktion des Weißen Hauses und Ursachen des Konflikts

In der Präsidentschaftsadministration reagierte man zurückhaltend auf die Umfragedaten. Die Pressesprecherin Olivia Wales erklärte, dass Donald Trump sich nicht an soziologischen Studien orientiert. Ihrer Meinung nach bleibt die Verhinderung der Entwicklung von Atomwaffen durch den Iran die wichtigste und unveränderliche Aufgabe.

Während des Konflikts nannte Trump verschiedene Ziele der Kampagne: von der Unterstützung der Iraner beim Machtwechsel bis zur Zerstörung des ballistischen Raketenpotenzials Teherans. Doch wie die Umfrage zeigt, fanden diese Argumente keine breite Unterstützung in der Gesellschaft.

Zur Erinnerung: Die Eskalation der Spannungen erfolgte nach der Verletzung des Waffenstillstands. Auslöser war ein Angriff iranischer Kräfte auf kommerzielle und zivile Schiffe im Ormuz-Straße, was zu Gegenangriffen seitens Washington führte. Trotz der Bereitschaft zu radikalen Maßnahmen schließen die USA eine positive Entwicklung der Verhandlungen nicht aus.