Die ukrainische Premjer-Liha könnte ab der kommenden Saison erhebliche Änderungen im Wettbewerbsformat erfahren. Laut Sport RBC.UA, unter Berufung auf den Telegram-Kanal des Journalisten Igor Burbas, haben die Klubs der Eliteklasse bereits mit der Diskussion möglicher Reformvarianten der Meisterschaft begonnen und warten auf die Bestätigung des europäischen Spielplans für die Saison 2027/28. Das bedeutet, dass die finalen Entscheidungen zur Turnierstruktur unter Berücksichtigung der Daten der Europapokal-Spiele getroffen werden, was den Organisatoren den Handlungsspielraum von sich aus einschränkt.
Zweistufiges System statt der klassischen Doppelrunde
Als Grundlage der Reform soll die gewohnte Anzahl der Teilnehmer – 16 Klubs – beibehalten werden. Dabei wird vorgeschlagen, auf das klassische Doppelrunden-System zu verzichten und ein zweistufiges Turnier einzuführen. Das Schema könnte an frühere Formate mit der Aufteilung der Mannschaften in Gruppen nach der regulären Phase erinnern: Eine Champions-Gruppe aus sechs Mannschaften wird über das Schicksal der Medaillen entscheiden, während die untere Gruppe um den Verbleib in der Elite kämpft. Dieser Ansatz soll die Spannung am Saisonende erhöhen und die Gruppenspiele bedeutender machen.
„Mittelfeld-Gruppe“ und neuer Geldpreis
Eine neue Eigenschaft des vorgeschlagenen Formats könnte das Auftauchen einer sogenannten „Mittelfeld-Gruppe“ sein. Sie wird aus vier Mannschaften bestehen, die weder in die Champions- noch in die untere Gruppe aufgestiegen sind. Nach dem Konzept der Initiatoren kann diese Gruppe ein zusätzliches Play-off um ein Ticket für die Conference League ausspielen oder um einen speziellen Geldpreis des Titelsponsors konkurrieren. So erhalten auch die Mannschaften aus der Tabellenmitte zusätzlichen Anreiz und finanzielle Motivation.
Radikaler Schritt: Reduzierung der Liga auf 12 Teilnehmer
Neben der Formatänderung wird auf der nächsten Klubversammlung voraussichtlich eine radikalere Initiative erörtert – die Reduzierung der UPL auf 12 Teilnehmer ab der Saison 2028/29. Laut Quelle wird diese Idee vom doneskischen Schachtar vorangetrieben, und unter den potenziell unterstützungsbereiten Klubs sticht der Tscherkessker LNZ hervor. Die Reduzierung der Anzahl der Mannschaften verkürzt in der Regel den Spielplan und erhöht die Dichte und den Wert einzelner Spiele, was Klubs mit einem tieferen Budget zugutekommen kann.
Widersprüchliche Daten
Hier gehen die Positionen der Klubs auseinander. Einerseits setzen sich Schachtar und potenziell der LNZ für die Reduzierung der Liga auf 12 Mannschaften ein. Andererseits ist die Mehrheit der Klubs entschieden gegen die Verringerung der Teilnehmerzahl, da sie sich nicht dem Risiko aussetzen möchte, einen Platz in der Eliteklasse zu verlieren. Außerdem ist hervorzuheben, dass alle beschriebenen Änderungen – das zweistufige System, die „Mittelfeld-Gruppe“ und die Reduzierung auf 12 – derzeit Gegenstand der Diskussion und Vorschläge sind, keine bestätigten Entscheidungen; die finale Struktur hängt von der Bestätigung des europäischen Spielplans für die Saison 2027/28 und den Ergebnissen der Klubabstimmung ab.
Kontext: Parallelreform der Legionärsquote
Die Formatreform ist nicht die einzige potenzielle Änderung im ukrainischen Fußball. Zuvor wurde über eine andere Initiative berichtet – einen möglichen Verzicht auf die Legionärsquote. Warum diese Frage für den ukrainischen Fußball keine einfache Antwort hat, erklärte Medienmanager und Sportfunktionär Michail Metreweli in einem separaten Artikel. Die Gesamtheit dieser Diskussionen deutet darauf hin, dass die UPL am Vorabend einer umfassenden Neugestaltung der Regeln und der Wettbewerbsstruktur steht.