In Washington entwickelt sich eine umfassende Umgestaltung der Spielregeln auf dem Automobilmarkt. Der Handelsausschuss des US-Senats hat einen Gesetzentwurf genehmigt, der die Präsenz chinesischer Autohersteller in Amerika faktisch beendet. Doch wie in der komplexen Geopolitik oft üblich, könnte der Schlag nicht nur die direkten Konkurrenten aus dem Reich der Mitte, sondern auch europäische Giganten treffen.
Die 15%-Regel und die Bedrohung für Mercedes-Benz
Der Kern des neuen Dokuments ist einfach und gnadenlos: Jeder Firma, bei der mehr als 15 % der Aktien China gehören, wird die Arbeit auf dem Territorium der USA verboten. Diese Zahl wurde zum Stein des Anstoßes für die deutsche Marke Mercedes-Benz. Nach Angaben von Quellen machen chinesische Investitionen in die Struktur des deutschen Konzerns etwa 20 % aus. Dies übersteigt den neuen Sicherheitsgrenzwert, was die Marke automatisch ins Visier rückt.
Senator Ted Cruz hat bereits offen vor der Gefahr gewarnt, die den deutschen Riesen droht. Senator Bernie Moreno versuchte jedoch, den Markt zu beruhigen, indem er erklärte, dass Mercedes-Benz Zeit bis 2030 habe. In diesem Zeitraum könne das Unternehmen sein Kapital umstrukturieren oder versuchen, eine spezielle Befreiung von den gesetzlichen Anforderungen zu erhalten.
Der Schattenkrieg der Lobbyisten: Cadillac gegen Mercedes
In den Gängen der Macht in den USA wird offen darüber gesprochen, dass hinter der „nationalen Sicherheit' ein harter wirtschaftlicher Wettbewerb steckt. Der amerikanische Konzern General Motors (GM) unterstützt die Einführung dieser Beschränkungen aktiv. Die Strategie ist einfach: Mercedes-Benz vom Markt verdrängen, um die Nische für die eigene Premiummarke Cadillac zu öffnen.
Die Senatoren versprechen jedoch, dass es nicht zur vollständigen Vernichtung der deutschen Marke kommen wird. Dennoch enthält der Gesetzentwurf eine weitere umstrittene Bestimmung, die die Geldbeutel der Verbraucher treffen könnte. Die Autohersteller wollen die Unternehmen verpflichten, teure Batterien bei GM zu kaufen. Experten schätzen diese Maßnahme auf einen Aufschlag von 5.000 Dollar pro Fahrzeug. Diese Kosten würden nicht von den Konzernen, sondern von den Endverbrauchern getragen.
Schlag gegen Elektrofahrzeuge: Polestar und Volvo
Die Verwaltung hat bereits begonnen, Druck auf bestimmte Akteure auszuüben. Im Visier befindet sich der Elektrofahrzeughersteller Polestar, der zum chinesischen Holdingunternehmen Geely gehört. Seine Verkäufe in den USA könnten bereits ab dem Modelljahr 2027 vollständig eingestellt werden.
In einer etwas besseren Position befindet sich die Marke Volvo Cars. Das Unternehmen erhielt eine vorläufige Genehmigung zur Arbeit, muss jedoch nun bestätigen, dass seine gesamte Fahrzeugpalette den neuen strengen Regeln entspricht.
Datensicherheit als Hauptargument
Die Politiker begründen ihr Handeln nicht nur mit Wirtschaft, sondern auch mit Fragen der Cybersicherheit. Die US-Senatoren sehen eine reale Bedrohung in den Hochtechnologien aus China. Moderne Fahrzeuge sammeln enorme Datenmengen über die Bewegung und das Verhalten der Nutzer. Washington befürchtet, dass Peking diese Informationen zur Überwachung von Amerikanern nutzen könnte. Aus diesem Grund gelten die Beschränkungen nicht nur für das „Hardware', sondern auch für die Software.
Das Gesetz zeigt bereits erste Ergebnisse: Amerikanische Konzerne haben den aktiven Prozess der Verlagerung ihrer Produktionskapazitäten aus China zurück in die USA aufgenommen, um ihre Lieferketten vor neuen regulatorischen Risiken zu schützen.