Im Golfregion reift eine ernste diplomatische Krise heran. Die Partnerstaaten der Vereinigten Staaten, die sich traditionell auf Washington in Sicherheitsfragen verlassen, äußern wachsende Unzufriedenheit mit der aktuellen Politik der Regierung von Donald Trump. Laut Quellen, die von der Washington Post veröffentlicht wurden, sind die wichtigsten Akteure der Region – Saudi-Arabien, die VAE, Katar, Kuwait und Bahrain – einig in ihrer Besorgnis über die Unfähigkeit des US-Präsidenten, Stabilität und eine diplomatische Beilegung des Konflikts mit dem Iran zu gewährleisten.
Escalation und Rücknahme von Drohungen: Trumps Taktik
Hauptursache für die Spannungen ist die unvorhersehbare Rhetorik des Weißen Hauses. In den letzten Wochen hat Donald Trump den Iran wiederholt mit massiven Militärschritten bedroht, diese Aussagen jedoch später unter Berufung auf Fortschritte in den Verhandlungen zurückgezogen. Diese Taktik des „Bedrohens und Zurücknehmens“ erregt die Verbündeten, die unter der Bedrohung einer Eskalation leben müssen. Nach mehreren Monaten des Konflikts und anhaltender Angriffe seitens des Iran und seiner Proxy-Kräfte sind die regionalen Regierungen zu dem Schluss gekommen, dass ihre Sicherheit aufgrund der Instabilität der amerikanischen Strategie gefährdet ist.
Gefahr für US-Stützpunkte und Suche nach neuen Partnern
Die Unzufriedenheit hat ein solches Ausmaß erreicht, dass einige Staaten ernsthaft über die Zweckmäßigkeit der weiteren Stationierung großer US-Militärobjekte auf ihrem Territorium diskutieren. In Katar und Bahrain, wo strategisch wichtige US-Stützpunkte liegen, sprechen Beamte offen davon, dass „Trump diesen Krieg begonnen hat und wir dafür bezahlen“. Als Reaktion darauf suchen die Länder der Region aktiv nach Alternativen. Ein leuchtendes Beispiel war das kürzlich unterzeichnete Abkommen über gegenseitige Verteidigung zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan. Europäische Diplomaten bezeichnen diesen Schritt als Signal an die USA: Die regionalen Mächte versuchen, ihre Partnerschaften zu diversifizieren, da Washington nicht mehr als ausreichende Sicherheitsgarantie wahrgenommen wird.
Widersprüchliche Daten
Während Quellen in der Region und diplomatische Kreise von einer Vertrauenskrise sprechen, hält das offizielle Washington an einer optimistischen Rhetorik fest. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, dass Donald Trump „ausgezeichnete Beziehungen zu all unseren Partnern aus den Golfstaaten“ habe. Der Beamte betonte, dass die USA regelmäßigen Kontakt mit den Verbündeten noch vor Beginn der Operation „Epische Wut“ aufrechterhalten, und behauptet, dass der Iran dank der Maßnahmen der Regierung isolierter sei als je zuvor. Diese Version wird jedoch durch die Handlungen der Verbündeten selbst widerlegt, die nach alternativen Bündnissen suchen.
Pläne für den Iran und die Straße von Hormus
Die Situation wird durch neue Aussagen des Präsidenten verschärft. Kürzlich hat Trump zwei Pläne für den Iran vorgelegt: entweder auf den Zusammenbruch der Wirtschaft des Landes zu warten oder einen neuen massiven Angriff zu verüben. Darüber hinaus kündigte er am Vortag an, die Straße von Hormus zum Territorium der USA zu erklären, was in Teheran Spott auslöste. Die iranischen Behörden betonten, dass die Wasserstraße nicht per Tweet erobert werden kann, doch solche Äußerungen verstärken nur die Panik und Unsicherheit in der Region und zwingen die Nachbarn, über den eigenen Schutz ihrer Interessen nachzudenken.