Das US-Justizministerium hat die Enttarnung eines Netzwerks bekanntgegeben, das die US-Ermittler mit russischen Geheimdiensten und der Struktur RIS in Verbindung bringen. Laut der Version Washingtons rekrutierten Mitglieder dieses Netzwerks in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern Personen für Angriffe und Morde an Menschen, die die Ukraine unterstützen oder als deren Befürworter gelten. Die Anklage wurde gegen fünf Männer erhoben.

Anklage und Struktur des Netzwerks

Allen fünf Beschuldigten wird Verschwörung zur Terrorismusfinanzierung vorgeworfen, wofür ihnen bis zu 20 Jahre Freiheitsstrafe droht. US-Justizminister Todd Blanche erklärte: „Unsere Aufgabe ist es, die Feinde Amerikas daran zu hindern, Gewalt und Terrorismus auf amerikanischem Boden zu schüren“. FBI-Sprecher James Barnacle fügte hinzu, dass die Mitglieder des Netzwerks sich verschworen hätten, um Menschen in den USA und anderen Ländern einzuschüchtern, zu bedrohen oder zu töten. Laut dem US-Justizministerium sind drei der fünf Angeklagten hochrangige Mitglieder des Netzwerks RIS.

Betroffene des Falls

Zu den zentralen Beschuldigten gehört der 63-jährige Juri Chramyow, der in den USA als Oberst der russischen Geheimdienste bezeichnet wird, sowie sein 27-jähriger Sohn Kirill Chramyow, dem die Dienstzeit als Offizier des russischen FSB zugeschrieben wird. Der dritte „hochrangige“ Teilnehmer ist der 35-jährige Kubaner Oemis Romagosa Durruti, der als einflussreiches Mitglied der kubanischen Diaspora beschrieben wird, der in Russland lebt und Angriffe für das Netzwerk RIS koordinierte. Die beiden anderen Angeklagten sind der 35-jährige Jaidel Delgado Suarez und der 22-jährige Angel Eduardo Castro, denen die Rekrutierung oder der Versuch der Rekrutierung von Personen in den USA vorgeworfen wird.

Episoden der Rekrutierung und der Attentate

Die US-Ermittler beschreiben mehrere Episoden. Laut Justizministerium hat Suarez diesen Sommer in den USA eine Person für die Überwachung eines in den Vereinigten Staaten lebenden russischen Dissidenten rekrutiert: Der Ausführer soll an zwei Orte geschickt worden sein, die mit dem potenziellen Opfer in Verbindung stehen, und erhielt Anweisungen zur Beobachtung. Später boten Suarez und Castro, so wird behauptet, bereits 40.000 Dollar dafür an, dass der Rekrutierte den Dissidenten „beseitigen“ solle. Nach einer gescheiterten Versuchs suchte Suarez laut Ermittlungen danach nach anderen Personen in den USA und bot Geld für Angriffe auf bestimmte Ziele an.

Eine separate Episode, so die Version der amerikanischen Seite, datiert auf das Jahr 2025: Kirill Chramyow soll einen US-Bürger für die Überwachung und den Mord an einer Person in Litauen rekrutiert haben, die, wie in den Akten des Falls angegeben, Informationen über Russland verbreitete, die in Moskau als falsch gelten. Das US-Justizministerium zitiert Chramyows Aussage über die Absicht, „alle Länder, die der Ukraine helfen“, ins Visier zu nehmen. Sein Vater bot dem Rekrutierten laut Ermittlungen 25.000 Dollar für den Mord an dieser Person in Litauen an. Chramyow dem Älteren, Suarez und Castro wird zusätzlich Verschwörung zum Auftragsmord vorgeworfen, wofür eine Höchststrafe von bis zu 10 Jahren vorgesehen ist.

Reaktion und Kontext in Europa

Westliche Experten warnen, dass Russland Sabotageakte und Attentate in NATO-Staaten verstärken könnte. In Deutschland wurden bereits Angriffe auf Energieanlagen, Flughäfen, Verteidigungsunternehmen und staatliche IT-Systeme festgestellt. In Großbritannien wird insbesondere auf das Risiko neuer Attentate mit chemischen Stoffen hingewiesen. Im August 2026 verurteilte ein deutsches Gericht einen Ukrainer zu einem Jahr und drei Monaten Haft wegen der Vorbereitung von Sabotageakten im Auftrag Russlands.

Rechtsstatus und Vorbehalte

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung befinden sich alle fünf Angeklagten auf freiem Fuß, wobei unklar ist, wo genau sie sich befinden – in den USA oder außerhalb des Landes. Die oben genannten Umstände werden laut der Version der US-Ermittler dargelegt und sind noch nicht durch ein Gerichtsurteil bestätigt worden; die Beschuldigten genießen bis zur Entscheidung des Gerichts die Unschuldsvermutung.