Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt in einem Fall über ein unterirdisches Waffenlager, das in einem Waldstück am Müggelsee bei Berlin eingerichtet wurde. Den Ermittlungen zufolge reiste der 24-jährige Wadim S., laut Nachrichtendiensten ein ukrainischer Staatsbürger, im Oktober 2025 mit dem Bus aus Polen nach Berlin. Nach Erhalt eines detaillierten Aktionsplans über sein Smartphone holte er zwei Pakete aus einer temporären Ablage und trug sie in den Wald. Nach dem Verstecken des Materials übergab der Verdächtige den Auftraggebern Koordinaten und Fotos des Ortes und kehrte anschließend nach Polen zurück. Im Versteck stellten die Behörden Pistolen, darunter eine Kopie einer Makarow-Pistole, sowie Munition sicher.
Wie der Plan durchkreuzt wurde
Entscheidende Rolle bei der Aufdeckung spielte der polnische Nachrichtendienst: Nach dem Abfangen der an die Auftraggeber übermittelten Daten zur Versteckung warnten die polnischen Kollegen die deutschen Geheimdienste. Die deutschen Polizisten machten die aufgefundenen Waffen unbrauchbar und richteten eine Observation des Verstecks ein, doch niemand erschien zur „Ablage“ – der Kurier war zu diesem Zeitpunkt in einem anderen Land festgenommen worden. Wie Quellen berichten, wurden der Verdächtige und sein Komplize Mitte Oktober 2025 in Bukarest festgenommen, wo die rumänischen Sicherheitsbehörden sie des Versuchs eines Sprengstoff- und Brandanschlags auf eine Filiale der „Nowa Poczta“ beschuldigten.
Verbindung zu den russischen Nachrichtendiensten
Laut Nachrichtendiensten war an der Rekrutierung des jungen Mannes für die Sabotagetätigkeit sein Onset beteiligt, der für die russischen Nachrichtendienste arbeitet. Im Rahmen des Falls versuchten die Täter den Berichten zufolge zudem, Pakete mit Sprengvorrichtungen zu verschicken, die in Kopfhörer getarnt waren, sowie Behälter mit leicht entzündlichem Nitromethan. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt erklärte, der Fund einer solchen Zusammensetzung zeige einen Übergang von einer „abstrakten“ zu einer direkten und hohen Bedrohung durch Terroranschläge im Land. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt in dem Fall nach zwei Paragraphen.
Kontext: Intensivierung hybrider Angriffe in Europa
Experten weisen darauf hin, dass die russischen Nachrichtendienste in den letzten Monaten hybride Angriffe und Sabotagetätigkeiten auf dem Gebiet Deutschlands und anderer EU-Staaten intensiviert haben. In der BRD wird parallel ein Fall über ein geheimes Waffenlager bei Berlin untersucht, das russische Agenten möglicherweise für die Vorbereitung von Attentaten und Sabotageakten sowie für direkte Angriffe auf ukrainische Objekte nutzen wollten. So stellten die Behörden am Flughafen „Leipzig/Halle“ einen Drohne mit Sprengstoff sicher, der bei einem Versuch eines Angriffs auf das ukrainische Transportflugzeug An-124 verwendet worden war. Die Gesamtheit dieser Vorfälle deutet nach Einschätzung der deutschen Behörden auf einen systematischen Charakter der Sabotageaktivität auf dem Gebiet des Landes hin.