Washington hat den Druck auf London erhöht und damit gedroht, seine Position zur britischen Souveränität über die Falklandinseln zu überprüfen, falls Premierminister Andy Burnham die Verteidigungsausgaben nicht erhöht. Laut The Telegraph ist diese Maßnahme Teil eines Anreizpakets, das Vertreter des Pentagons erarbeiten, um die Erfüllung des NATO-Versprechens der Verbündeten sicherzustellen, ihre Verteidigungsbudgets auf 5 % des BIP zu erhöhen.

„Besondere Aufmerksamkeit“ bei der Überprüfung der Verpflichtungen

Ein hochrangiger US-Beamter erklärte, dass Großbritannien bei der Überprüfung Washingtons über die Verpflichtungen der Verbündeten gegenüber der NATO voraussichtlich „besonders aufmerksam“ geprüft werde. Im Rahmen dieser Arbeit werde untersucht, ob die Bündnismitglieder über zuverlässige Wege zur Erreichung des gesetzten Ziels verfügen. Laut dem Beamten habe Großbritannien ein „enormes Potenzial“, weshalb die USA London „anstoßen“ und ihm ermöglichen wollten, „deutlich voranzukommen“.

Die Falklandinseln als Druckhebel

Die Rhetorik Washingtons habe laut The Telegraph bei dem amtierenden Premierminister Andy Burnham und Finanzminister John Hill Besorgnis ausgelöst. Ihr erstes Budget sieht keine 3 % des BIP für die Verteidigung bis 2030 vor, was deutlich unter den Zwischen- und Endzielen des Bündnisses liegt. Vor diesem Hintergrund wird die Drohung, die US-Position zu den Falklandinseln zu überprüfen, in London als ernstes politisches Signal wahrgenommen.

Widersprüchliche Angaben

Die Quellen unterscheiden sich in der Bewertung des Hauptmotivs des US-Drucks. The Telegraph und die ukrainische Publikation RBC.ua verbinden die Drohung bezüglich der Falklandinseln mit der Forderung, die Verteidigungsausgaben im Rahmen der NATO-Verpflichtungen auf 5 % des BIP zu erhöhen. Gleichzeitig deutet die russische Publikation „Svobodnaja Pressa“ denselben Schritt als persönlichen Racheakt Donald Trumps an London dafür, dass Großbritannien den USA seiner Meinung nach im Iran nicht geholfen habe, und formuliert ihn als Forderung, die Falklandinseln an Argentinien zu übergeben. Beide Versionen stimmen darin überein, dass Washington tatsächlich öffentlich eine Überprüfung der Position zu den Inseln angekündigt hat, unterscheiden sich jedoch in der Erklärung der Ursache und darin, wer im Wesentlichen der Adressat des Ultimatums ist.

Kontext: Der estnische Präzedenzfall und die Ziele des Bündnisses

Zur Erinnerung: Auf dem NATO-Gipfel 2025 hatten sich die Bündnisstaaten darauf geeinigt, die Verteidigungsausgaben bis 2035 mindestens auf 5 % des BIP zu erhöhen. Im April 2026 wurde bekannt, dass Estland diesen Wert bereits erreicht hat. Laut Quellen liegt die Ursache darin, dass sich das Land auf mögliche Provokationen und militärische Handlungen Russlands vorbereitet und die Ziele Russlands „unerreichbar“ machen will. Dieser Präzedenzfall verstärkt den Kontrast zur britischen Position und unterstreicht, warum gerade London von Washington „besondere Aufmerksamkeit“ erhält.

So wird der Streit um die Falklandinseln zum Instrument des atlantikinternen Drucks: Die USA nutzen das Thema der Souveränität, um Großbritannien zu ambitionierteren Verteidigungsverpflichtungen zu drängen, während London der Ansicht ist, dass das aktuelle Budget eine Wachstumskurve festlegt, wenn auch nicht im Tempo, das Washington und die Verbündeten fordern.