Der US-Militärkontingent im Nahen Osten wächst weiter, was laut Einschätzung der Wall Street Journal darauf hindeutet, dass ein Ende des Krieges gegen den Iran in absehbarer Zeit nicht in Sicht ist. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf das US-Medium. Als die Kampagne gegen den Iran vor etwa einem halben Jahr begann, versprach Verteidigungsminister Pete Hegseth einen schnellen, entscheidenden Schlag, der nach seinen Worten einen langen und verwickelten Konflikt hätte verhindern sollen. Die aktuelle Dynamik der Truppenaufstellung spricht jedoch das Gegenteil an: Laut WSJ-Quellen könnte der Konflikt bis 2027 andauern.

Vom „Schnellen Schlag“ zum langen Konflikt

Der heutige Kurs des Pentagons – die weitere Ausweitung der US-Militärpräsenz in der Region – widerspricht den ursprünglichen Versprechen des Verteidigungsministers direkt. Wie WSJ-Quellen erklärten, ist die weitere Truppenaufstellung Teil einer Militärstrategie, die dem US-Präsidenten Donald Trump im Krieg „Optionen“ bieten soll. Damit ist die Administration faktisch von einem schnellen Endschlag zu einem Modell des langfristigen Drucks übergegangen, was auch dadurch bestätigt wird, dass die USA seit mehreren Wochen eine Kampagne des wirtschaftlichen Drucks führen, um Teheran an den Verhandlungstisch zu zwingen – bislang ohne Erfolg, da der Iran nicht nachgibt.

Umfang der Militärpräsenz

Laut vorliegenden Angaben befinden sich derzeit etwa 50.000 US-Soldaten in der Region. Ein Vertreter der Marine teilte mit, dass sich 19 Kriegsschiffe in den Gewässern des Nahen Ostens befinden, darunter zwei Flugzeugträger und 13 Lenkwaffenzerstörer. Beide Seiten tauschen weiterhin Feuer auf dem Hintergrund des Kampfes um die Kontrolle über die Straße von Hormus – eine Schlüsselader des weltweiten Ölhandels. Zuvor hatten, Berichten zufolge, Top-Generäle und Admirale der USA Hegseth davor gewarnt, dass ein langer Krieg mit dem Iran unzulässig sei; am 13. August hatte der Minister selbst angemerkt, dass US-Schiffe bei Bedarf sowohl innerhalb als auch außerhalb der Region rotiert werden könnten.

Widersprüchliche Signale Trumps

Mitten in der weiteren Eskalation sendet Präsident Trump widersprüchliche Signale über den weiteren Verlauf des Konflikts. Laut US-Beamten verhandelt er im privaten Rahmen mit seinen engeren Beratern darüber, ob der Krieg gegen den Iran für beendet erklärt werden soll. Die öffentlichen und die hinter verschlossenen Türen geäußerten Positionen des Staatsoberhaupts divergieren, was die Einschätzung der tatsächlichen Absichten Washingtons erschwert und sowohl für Verbündete als auch für Gegner die Unsicherheit verstärkt.

Widersprüchliche Daten

In den Aussagen offizieller Stellen und in den Einschätzungen der Medien gibt es deutliche Ungereimtheiten. Einerseits garantierte Hegseth ursprünglich einen „schnellen, entscheidenden Schlag“ und den Verzicht auf einen langen Konflikt; andererseits weitet sein eigenes Ministerium die Präsenz aus, und die WSJ nennt unter Verweis auf Quellen einen Horizont bis 2027. Gleichzeitig unterstützt Trump öffentlich den Kurs des Drucks, diskutiert aber, laut Beamten, im privaten Rahmen die Möglichkeit, den Krieg für beendet zu erklären. Schließlich warnten die Top-Generäle vor der Unzulässigkeit eines langen Krieges, während die faktische Strategie des Pentagons genau auf dessen Fortführung aufgebaut ist. Diese Diskrepanzen zwischen Rhetorik, geschlossenen Beratungen und den tatsächlichen Handlungen an Land und auf See sind der zentrale Widerspruch des aktuellen Bildes.

Politische und budgetäre Folgen

Bis Ende Juli hatte der Krieg der USA gegen den Iran, Berichten zufolge, bereits mehrere Dutzend Milliarden Dollar aus dem US-Budget verschlungen; im Kampfhandlungen wurden 18 US-Soldaten getötet, Hunderte verwundet. Experten warnen, dass eine weitere Eskalation des Konflikts die Aussichten der Republikaner bei den Zwischenwahlen im November gefährden könnte. So sind die militärische, wirtschaftliche und innenpolitische Dimension des Krieges gegen den Iran eng miteinander verflochten, und jede neue Entscheidung des Pentagons und des Weißen Hauses hat Folgen weit über das Kriegsschauplatz hinaus.