Die US-Luftwaffe hat offiziell mit der Serienproduktion einer neuen Langstrecken-Lenkbombe begonnen: der JDAM LR (Joint Direct Attack Munition Long Range). Ein Vertrag mit Boeing über 75 Millionen US-Dollar ebnet den Weg für die Massenproduktion von Munition, die Ziele in einer Entfernung von mehr als 550 Kilometern treffen kann.
Details zum Vertrag und Spezifikationen der Munition
Laut einer Pressemitteilung von Boeing hat die US-Luftwaffe einen Vertrag vom Typ Undefinitized Contract Action (UCA) über die Beschaffung von Nutzlastabwurfbehältern vom Typ BSU-111/B abgeschlossen. Dieses Element ist der Schlüsselbestandteil der JDAM LR.
Die neue Bombe stellt eine Weiterentwicklung des bekannten JDAM-Systems dar. Die wichtigsten Unterschiede und technischen Merkmale sind:
- Reichweite: mehr als 300 Seemeilen (ca. 555 km).
- Kampfkopf: Klasse 500 Pfund (226 kg).
- Funktionsweise: Die Bombe ist mit einem Flügel und einem kompakten Turbojet-Triebwerk ausgestattet, was ihr ermöglicht, enorme Distanzen zu überwinden.
- Einsatzgebiet: Angriffe auf Land- und Seeverkehr sowie das Verlegen von Seeminen.
Nach den Vorstellungen der Entwickler ermöglicht diese Reichweite Angriffe, während sich die Trägerflugzeuge außerhalb der Reichweite der feindlichen Flugabwehr befinden. Die Munition verwendet einen militärischen GPS-Code für eine stabile Zielführung.
Produktion und Investitionen
Der Start der Produktion wurde möglich, weil Boeing fast 100 Millionen Dollar eigene Mittel in das Programm investiert hat. Diese Entscheidung ermöglichte es, den Übergang zur anfänglichen Serienproduktion zu beschleunigen.
Bob Chesla, Vizepräsident des Bereichs Precision Engagement Systems bei Boeing, erklärte:
„Dieser erste Produktionsvertrag ist ein wichtiger Meilenstein für das JDAM-LR-Programm, der unsere Fähigkeit unter Beweis stellt, Langstrecken-Präzisionswaffen zu deutlich niedrigeren Kosten zu liefern.“
Dank der Nutzung der vorhandenen Infrastruktur plant das Unternehmen eine skalierbare Produktion und eine schnelle Integration der Munition mit jedem Trägerflugzeug, das herkömmliche JDAM-Bomben mitführen kann. Der erste Flugversuch des Systems fand bereits vor der Küste Kaliforniens statt.
Widersprüchliche Informationen
Im Kontext der militärischen Hilfe für die Ukraine und der Lieferung von Präzisionswaffen gibt es in den Quellen Uneinigkeiten bezüglich der Zeitpläne und des Status der Produktion von Raketen für das Patriot-Flugabwehrsystem.
Version 1 (Aussage von Selenskyj): Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor erklärt, dass Kiew damit rechnet, bis Ende 2026 eine Lizenz für die eigene Produktion von Raketen für das Patriot-System zu erhalten.
Version 2 (Daten von Reuters): Gleichzeitig berichten Quellen von Reuters, dass die Verhandlungen zwischen Kiew und Washington über die gemeinsame Produktion von Patriot-Abfangraketen Anfang August noch andauerten und in naher Zukunft nicht abgeschlossen werden sollten.
Diese Daten deuten darauf hin, dass technische und diplomatische Details der Umsetzung von Projekten trotz optimistischer Aussagen der Führungspersönlichkeiten hinter dem Zeitplan zurückbleiben können.