Die Administration von US-Präsident Donald Trump hat ihre diplomatischen Bemühungen zur Beilegung des Konflikts in der Ukraine verstärkt und beabsichtigt, Kiew ein Friedensabkommen vorzuschlagen, das Zugeständnisse im Donbass vorsieht. Wie The New York Times berichtet, stellt Washington der ukrainischen Seite im Gegenzug potenzielle wirtschaftliche Vorteile in Aussicht.

Verhandlungen in Oslo und Teilnehmer

Der US-Vorschlag soll dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am 20. Oktober bei einem persönlichen Treffen in Oslo unterbreitet werden. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn des US-Präsidenten, Jared Kushner, der sich per Video zuschaltet, werden der ukrainischen Führung die Position des Weißen Hauses übermitteln. An dem Treffen in der norwegischen Hauptstadt nehmen auch der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und der finnische Präsident Alexander Stubb teil.

Die ukrainische Delegation besteht neben dem Staatsoberhaupt aus hochrangigen Regierungs- und Sicherheitsvertretern. Dazu gehören der Leiter des Auslandsgeheimdienstes Rustem Umerow, der Leiter des Präsidialamtes Kyrylo Budanow, der Erste stellvertretende Leiter des Präsidialamtes Sergiy Kyslytsya und der stellvertretende Leiter des Präsidialamtes Pawlo Palisa.

Reise der US-Vertreter nach St. Petersburg

Unmittelbar nach den Konsultationen in Oslo reisen Steve Witkoff und Jared Kushner nach Russland weiter. Für den nächsten Tag ist ein Treffen mit der russischen Führung in St. Petersburg geplant, um weitere Schritte im Friedensprozess zu besprechen.

Berichten US-amerikanischer Medien zufolge wollen die Vertreter des Weißen Hauses bei dem Treffen in St. Petersburg die Freilassung eines US-Bürgers erreichen, der sich seit längerer Zeit in russischer Haft befindet, um konkrete Ergebnisse der Vereinbarungen aufzuzeigen.

Bedeutung und mögliche Folgen

Der von der US-Administration vorgeschlagene Plan markiert eine neue Phase der Bemühungen externer Partner, das Kriegsgeschehen durch wirtschaftliche Anreize und diplomatischen Druck zu beeinflussen. Die Frage territorialer Kompromisse bleibt für die ukrainische Führung und Gesellschaft äußerst sensibel und erfordert eine sorgfältige Abstimmung mit internationalen Verbündeten.