Im Kreml wurde die Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses zur Beilegung des Konflikts in der Ukraine in einem erweiterten, dreiseitigen Format mit der Teilnahme von Kiew, Moskau und Washington für möglich gehalten. Dies erklärte der Assistent des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, dessen Worte RBC-Ukraine unter Berufung auf den Fernsehsender „Westi“ zitiert. Seinen Worten zufolge bestehen zwischen den Parteien bestimmte Kontakte, und die Möglichkeit einer Rückkehr zu einer vollwertigen dreiseitigen Zusammenarbeit wird bereits mit den amerikanischen Kollegen erörtert.
Dreierformat kehrt auf die Agenda zurück
„Es gibt gewisse Kontakte, aber jetzt geht es um die Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses mit der Ukraine, der zuvor bestand. Und dies haben wir auch mit den amerikanischen Kollegen besprochen, daher ist es möglich, dass dieser Prozess im dreiseitigen Format wieder aufgenommen wird“, erklärte Uschakow. Damit wies Moskau ausdrücklich darauf hin, dass die bisherigen bilateralen oder eingeschränkten Dialogformate einem breiteren Forum weichen könnten, in dem die USA nicht nur als Vermittler, sondern als vollwertige Partei der Zusammenarbeit auftreten.
Abu Dhabi als möglicher Ort für Treffen genannt
Auf die Frage, wo die neuen Runden stattfinden könnten, verwies Uschakow auf die bisherige Erfahrung: „Unsere Vertreter haben sich beispielsweise in Abu Dhabi getroffen, man kann sich durchaus auch dort weiter treffen“. Dies bedeutet, dass das neutrale Territorium der VAE, wo bereits zuvor Kontakte stattfanden, vom Kreml als Arbeitsvariante für die Fortsetzung des Dialogs betrachtet wird, was einen Teil der logistischen und politischen Schwierigkeiten bei der Wahl des Ortes beseitigt.
Bedingungen des Kremls und vorsichtige Reaktion Washingtons
Gleichzeitig, auf die Frage, wie die USA genau zur Beilegung beitragen könnten, brachte Uschakow die traditionelle Forderung Moskaus zur Sprache: Washington solle die militärische Unterstützung der Ukraine vollständig einstellen. Vor diesem Hintergrund bewertete der US-Außenminister Marco Rubio die Chancen auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen vorsichtig – „nicht optimistisch, aber auch nicht pessimistisch“. Derweil berichtete der Sondergesandte der USA, Steve Witkoff, nach seinen Besuchen in Moskau und Kiew von „erheblichen Fortschritten“ in den Verhandlungen über das Ende des Krieges und über die Abstimmung eines Zeitplans für weitere Treffen.
Widersprüchliche Angaben
In den Erklärungen der Parteien zeichnete sich eine Divergenz in der Bewertung des Tempos und der Bereitschaft zu Verhandlungen ab. Einerseits spricht der US-Sondergesandte Steve Witkoff von „erheblichen Fortschritten“ und einem bereits abgestimmten Treffenplan, was wie ein Signal für die Nähe zum Start des Prozesses klingt. Andererseits vertritt Außenminister Marco Rubio eine zurückhaltende, „nicht optimistische“ Position, und Uschakow verwendet die vorsichtige Formulierung „möglicherweise wird dieser Prozess wieder aufgenommen“, ohne Garantien zu geben. Darüber hinaus könnte die strenge Bedingung des Kremls, die militärische Hilfe der USA für die Ukraine vollständig einzustellen, der Bereitschaft Washingtons widersprechen, zu einem solchen Schritt zu gehen, was eine Diskrepanz zwischen dem deklarierten „Fortschritt“ und den tatsächlichen Bedingungen für den Start der dreiseitigen Verhandlungen schafft.
Die Gesamtheit dieser Erklärungen zeigt, dass der formale Start des dreiseitigen Tracks im Stadium der Erörterung bleibt, und dass die Wahl des Ortes (einschließlich Abu Dhabi), die Position der USA zur militärischen Unterstützung Kiews und die Fähigkeit der Parteien, ihre öffentlichen Bewertungen mit der tatsächlichen Verhandlungsbereitschaft in Einklang zu bringen, die entscheidenden Variablen bleiben.