Am 6. August feiert die Orthodoxe Kirche der Ukraine (PCU) eines der wichtigsten christlichen Feste – die Verklärung des Herrn. In der Volkstradition ist dieser Tag auch als „Apfelspeis“ bekannt, was mit dem alten Brauch zusammenhängt, die ersten Früchte der Ernte, insbesondere Äpfel, zu segnen.

Theologische Bedeutung des Festes

Laut Informationen der Pressestelle der PCU ist das Fest der Verklärung des Herrn einem Ereignis gewidmet, das kurz vor den Leiden Jesu Christi stattfand – im letzten Jahr seiner dreijährigen Predigt, als er 33 Jahre alt war. Auf dem Berg Tabor verwandelte sich Christus vor drei auserwählten Jüngern – den Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes – und offenbarte ihnen seine göttliche Herrlichkeit.

„Das Gesicht Jesu Christi und seine Kleidung leuchteten mit göttlichem, ungeschaffenem Licht“, erklären sie in der PCU. Dieses Ereignis bestätigte, dass Christus nicht nur der Menschensohn, sondern auch der Sohn Gottes, der verheißene Messias und Erlöser der Welt ist.

Die Kirche betont, dass die Verklärung eine tiefe pastorale Bedeutung hatte: Sie sollte den Glauben der Apostel angesichts der bevorstehenden Leiden und des Todes Christi stärken. „In jener zukünftigen Zeit der Erniedrigung des Sohnes Gottes, wenn der Sieg des Bösen offensichtlich und unüberwindlich erscheinen wird, sollen die Jünger sich an das erinnern, was sie gesehen haben“, heißt es in der Mitteilung der PCU.

Traditionen und Volksbräuche

In der Volkstradition erhielt der Tag der Verklärung des Herrn den Namen „Apfelspeis“ aufgrund der Praxis, in den Kirchen die ersten reifen Früchte – Äpfel, Honig, Blumen und Kräuter – zu segnen. Dieser Brauch wurde, so die PCU, zusammen mit der Taufe und dem liturgischen Regelwerk der konstantinopolitanischen Mutterkirche übernommen.

Doch die Pressestelle der PCU erinnert daran: „Spass ist unser Erlöser Jesus Christus – einer, und es kann keinen „ersten“, „zweiten“ oder „dritten“ geben. Und erst recht keinen „Honig-“, „Apfel-“ oder „Nuss-Spass“. Die volkstümlichen Namen sollten nach Ansicht der Kirche die eigentlichen Namen der kirchlichen Feste nicht ersetzen und ihren Hauptinhalt – die Ehrung des Herrn Jesus Christus – nicht verdrängen.

Gottesdienst und Online-Übertragung

Am Tag des Festes der Verklärung des Herrn leitet der Oberhirte der PCU – Erzmeter Epiphanius – die Göttliche Liturgie im stavropigialen Erlöser-Verklärungskathedrale von Kiew (in Teremky). Gläubige, die physisch nicht in der Kirche anwesend sein können, können den Gottesdienst online verfolgen.

Widersprüchliche Daten

Obwohl die PCU offiziell betont, dass „Spass“ der Name Jesu Christi und nicht der Name des Festes ist, wird in der Volkstradition und den Medien der Begriff „Apfelspeis“ weit verbreitet verwendet. Einige Quellen, einschließlich RBC-Ukraine und Nasho Misto, verwenden beide Namen parallel, ohne auf theologische Präzisierungen einzugehen. Dies führt zu einer gewissen Verwirrung: Einerseits besteht die Kirche auf dem korrekten Namen des Festes, andererseits setzen Volkstradition und Medien weiterhin den im Alltag etablierten Namen fort.

Bedeutung für den modernen Christen

Die Verklärung des Herrn ist, so die PCU, nicht nur ein historisches Ereignis, sondern auch eine Erinnerung an den Weg jedes Christen. „Unsere von Gott geschaffene Natur ist nicht zur geistigen Dunkelheit, sondern zur Heiligung und Erneuerung bestimmt. Gottes Gnade kann das menschliche Leben verwandeln, wenn wir ihr unser Herz öffnen“, heißt es in der Mitteilung.

So dient das Fest der Verklärung des Herrn als Erinnerung daran, dass jeder Mensch durch Glauben und Gnade verwandelt werden und sich Gott nähern kann.