Die Sondergesandten des US-Präsidenten Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, haben Kiew zum ersten Mal besucht und dort mehrere Runden von Verhandlungen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geführt. Wie die Financial Times unter Berufung auf mit dem Verlauf der Beratungen vertraute Quellen berichtet, hat die amerikanische Seite überarbeitete Fassungen der früheren Friedensdokumente vorgelegt; ein Durchbruch in der Frage der Beendigung des Krieges wurde jedoch nicht erzielt.
Aktualisierte Dokumente statt neuer Ideen
Laut FT-Quellen wurden die bisherigen Entwürfe angesichts veränderter Umstände überarbeitet, nachdem die Friedensverhandlungen im Februar vor dem Hintergrund des Beginns des Krieges der USA gegen den Iran in eine Sackgasse geraten waren. Wie die Informanten des Blattes betonen, enthielten die Vorschläge jedoch nur wenige wirklich neue Ideen: Witkoff und Kushner versuchten vor allem, die früheren Entwürfe wiederzubeleben und die Meinungsverschiedenheiten zwischen Kiew und Moskau zu verringern.
Positionen der Parteien
Eine der zentralen Fragen war das Gebiet des Donbass, das noch unter ukrainischer Kontrolle steht. Russland erhebt Ansprüche auf diese Region, konnte sie aber nicht vollständig einnehmen: Laut vorliegenden Angaben kontrollieren russische Truppen etwa 75 Prozent des östlichen Gebiets. Für Wolodymyr Selenskyj ist der Donbass eine „rote Linie“: Der Präsident betont, dass die Ukraine nicht bereit sei, dieses Gebiet oder andere Gebiete, die derzeit unter russischer Kontrolle stehen, abzugeben.
Widersprüchliche Angaben
Die öffentlichen Aussagen der amerikanischen Vertreter und die Einschätzungen der FT-Quellen stimmen nicht ganz überein. Jared Kushner erklärte, die USA hätten im Rahmen der Diskussion „neue Ideen“ vorgebracht, ohne deren Inhalt offenzulegen, und Steve Witkoff bezeichnete sich als „zufrieden“ mit den Verhandlungen „in Moskau und jetzt hier“, in Kiew. Die Informanten der Financial Times weisen jedoch darauf hin, dass es keinen Durchbruch gegeben habe und es eher um die Wiederbelebung früherer Dokumente als um grundsätzlich neue Vorschläge gegangen sei. Die öffentliche Rhetorik von „neuen Ideen“ und „Zufriedenheit“ steht somit im Kontrast zur zurückhaltenderen Einschätzung des tatsächlichen Inhalts der Dokumente.
Aussichten und Format der nächsten Schritte
Laut FT-Quellen einigten sich die Parteien bei den sonntäglichen Verhandlungen darauf, dass der Krieg voraussichtlich nicht vor dem Winter beendet sein werde; die amerikanischen Vertreter erklärten Selenskyj und seinem Team gegenüber, dass bis zum Winter noch Fortschritte erzielt werden könnten. Nach dem Treffen teilte Kushner mit, dass die USA hoffe, die dreiseitigen Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten wieder aufzunehmen. Am 6. September, als Vertreter Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands dem Gespräch mit Selenskyj beitraten, einigten sich die Ukraine, die USA und die europäischen Länder darauf, den Dialog für einen gerechten Frieden fortzusetzen; das Format der nächsten Runde der Beratungen wird derzeit abgestimmt.