Bei der Raumgestaltung im Jahr 2027 zeichnet sich ein deutlicher Wandel ab: kühle graue Wände, knallige Farben und zarte Pastelltöne, die lange Zeit als Favoriten galten, weichen schrittweise einer natürlichen Palette, warmen Neutraltönen und tiefen Farben. Prognosen von Designern zufolge wird genau diese Farbpalette dazu beitragen, das Interieur gemütlicher und lebendiger zu gestalten und es näher an Naturmaterialien und Landschaften heranzuführen. Dieser Trend wird sowohl von internationalen als auch von lokalen Publikationen unter Berufung auf praktizierende Fachleute bestätigt.
Natürliche Paletten statt kühler Töne
In den neuen Wohntrends wird das Bestreben, das Zuhause näher an die Natur heranzubringen, immer deutlicher. Anstelle einer kühlen und kontrastreichen Palette schlagen Designer Farben vor, die mit Erde, Vegetation, Wasser und natürlichen Materialien assoziiert werden. Insbesondere empfiehlt das Portal Good Housekeeping unter Berufung auf die Designerin Melissa Couture, weichere Naturtöne anstelle allzu gesättigter Farben in Betracht zu ziehen. Zu den möglichen Alternativen gehören Moosgrün, Raucheblau und gedämpfte Lehmfarben.
Grau wird wärmer
Die meisten Veränderungen werden beim Einsatz von Grau erwartet. Kühle Farbtöne, die lange Zeit eine beliebte Wahl für Küchen, Schlafzimmer und Wohnzimmer waren, treten allmählich in den Hintergrund. An ihre Stelle treten wärmere Grauvarianten, die gut mit Holz, Cremetönen und Braun harmonieren. Die natürliche Farbpalette beschränkt sich dabei nicht nur auf Grüntöne: In den Prognosen der Designer nehmen Braun-, Erd- und warme Neutraltöne einen prominenten Platz ein.
Braun und Erdtöne als Grundlage für Gemütlichkeit
Ruth Mottershead, Kreativdirektorin der britischen Farbenmarke Little Greene, hebt in einem Artikel für House Beautiful den Reiz von Brauntönen mit einem warmen, natürlichen Charakter hervor. Solche Farbtöne, so sagt sie, helfen dabei, ein gemütliches Interieur zu schaffen, und lassen sich gut mit Holz, Cremetönen und Naturstoffen kombinieren. Zu den weiteren Optionen zur Auffrischung des Zuhauses gehören gedämpftes Grün mit einem gelblichen Unterton, Lehmfarben und Rauchblau, die als Hauptwandfarbe verwendet oder mit einer neutralen Palette kombiniert werden können.
Tiefe Akzente statt Pastell
Zartrosa, Blassblau und Hellviolett verschwinden zwar nicht gänzlich aus dem Design, doch in den Prognosen für 2027 verschiebt sich der Fokus auf tiefere und ausdrucksstärkere Farben: Smaragdgrün, Saphirblau, Bordeaux und Amethyst. Gleichzeitig raten Designer davon ab, alle Wände eines Raumes in einer gesättigten Farbe zu streichen. Stattdessen reicht es aus, sie für eine einzelne Akzentfläche zu nutzen und den restlichen Raum hell zu lassen – so wird das Interieur ohne aufwendige Renovierung erneuert und erhält eine persönliche Note.
Praktische Tipps: Wie man den Trend ohne Komplettrenovierung umsetzt
Um das Zuhause im Einklang mit den neuen Trends aufzufrischen, müssen nicht sofort alle Zimmer neu gestrichen werden. Zunächst lohnt es sich, die Beleuchtung, die Bodenfarbe, die Möbel und die Textilien zu bewerten, da derselbe Farbton unter verschiedenen Bedingungen unterschiedlich wirken kann. Wenn die Wände in der Wohnung kühgrau sind, kann man mit kleinen Veränderungen beginnen: Textilien in warmen Tönen, Holzelemente oder Dekorationen in einer Lehm-Palette hinzufügen. Wer eine Renovierung plant, dem wird empfohlen, die gewählte Farbe an einer kleinen Wandfläche zu testen und zu beobachten, wie sie sich im Laufe des Tages verändert.
Prognosen sind ein Leitfaden, keine Regel
Wichtig zu bedenken ist: Designerprognosen sind ein Leitfaden und keine strengen Regeln. Die beste Farbe für ein Zuhause ist diejenige, die zum jeweiligen Raum passt und für seine Bewohner komfortabel bleibt. Diese Farbpalette eignet sich sowohl für moderne Wohnungen als auch für traditionelle Einrichtungen, insbesondere in Kombination mit Holzmöbeln, Naturstoffen und ruhigen, hellen Oberflächen.